Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
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nach dem Maaße seiner Kräfte und seines Willens, mit redli-chem Ernsreund frommem Eifer, ohne ausser langen oft stei-len und dornigen Laufbahn zu ermüden, verfolgen soll. Esenthält also die Foderung nichts Uebertriebeues oder Un-ausführbares, daß wir in der nie endenden Arbeit an eige-ner sittlich-geistiger Bildung nur das Beste und Höchstevor Augen haben, nur dieses lieben, suchen, ergreifen sol-len. Vor allen anderen darf und soll Studircnden angc-muthet werden, diese Ansicht zu beherzigen, diese Verpflich-tung in sich aufzunehmen und ihr unverbrüchliche Treue,willigen und gewissenhaften Gehorsam zu geloben; denneinem Jeden aus unserer Mitte lieget dereinst ob, in sei-nem größeren oder kleineren Wirkungskreise Anthcil zunehmen an dem öffentlichen Bildungsgeschäfte der Mensch-heit; und er wird nur dann in seiner gesellschaftlichenSiellung seyn und leisten, was Billigung erhält vor demRichterstuhl seines Gewissens; nur dann wird er von gan-zem Herzen, mit freudiger Ausdauer die Pflichten seinesirdischen Berufes erfüllen; nur dann wird er dem Herrn,der ihn über Großes oder Kleines gesetzt hat, Rechenschaftgeben können von seinem Haushalt aus Erden und ein treuerVerwalter des ihm anvertrauten Gutes befunden werden,wenn er u nwandelbaren Glauben an das Höhere bewahrtund als Leitstern seines Handelns anerkennet.

Darin bestehet die Herrlichkeit unserer Untcrrichtsan-stalten, namentlich unserer Hochschulen, daß die künftigenPfleger des Gemeinwohles, die Beschützer und Verbreiterder öffentlichen Bildung sich erheben und erstarken zu sittlichwissenschaftlichem Sclbstbewußtseyn, zu männlicher Reifeim Inneren, zu wahrer, aus frcyer Entwickelung geistigerKraft erwachsener Tüchtigkeit für das Leben. Diese Herr-lichkeit der teutschen Hochschulen hat sich seit vielen Jahr-