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2 (1819)
Entstehung
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ten und erborgten, sondern aus dem inneren, ewig neuen,nie versiegenden Lebensquell des Gcmüths hervorgegan-genen, durch eigenthümliche Kraft des Geistes und Gefühlesfrcy gestalteten Kunst hat Göthe die Fesseln und morschenBande willkührlicher altucuer Gesetzgebung, in welchenTeutschlands Kuustwelt gefangen lag, zerrissen ; die frcyereBewegung seines Geistes begünstiget und hebet jedwedegeistigeFreyheitin seiner Umgebung ; sie stellte sich mitglcichsiegreichem Erfolge einseitiger Würde und Feierlichkeit, alshohler Schwelgcrey einer willenlosen Phantasie entgegen;die Kunst verschmolz mit dem wirklichen Leben, ohne vonder Hoheit ihrer Natur und Bedeutung etwas aufzuopfern;im Vereine einfacher Wahrheit mit zauberischer Mannig-faltigkeit, äusserlicher Versinnlichung mit tiefster Innerlich-keit wurde sie lebendiger Ausdruck für das Streben derZeit und für den, der das Bedürfniß und Streben seinerZeit zu umfassen und in sich aufzunehmen vermag. Wasin Freyheit empfangen und geboren ist, giebt Frcyheit;was dem wahresten Gefühle des Lebens sein Dascyn ver-danket, erzeuget das Bcwußtseyn des Lebens.

Gvthe gehöret seiner Zeit an; er verstehet sie undspricht sie aus; das Gepräge ihres Geistes, wie dieser sichin seinem Geiste lebendig abspiegelt, wird dem Stoffe auf-gedrückt, den seine Kunst gestaltet. So vcrneuet sich dasAlte und wird unser Eigcnthum, gewinnet Hcimathlichkeitund frcpe Liebe. Konnte das vollendeter geleistet werden,als in der Iphigenie und in den römischen Elegieen gesche-hen ist? auch in den Vögeln, in vielen Liedern, Ergicssun-gen, Einfällen finden wir dieselbe Wahrnehmung bestä-tigt; die Seele, das Leben des alterthümlichen Kunstge-fühlcs tritt freundlich. Keinem fremd, in unseren Kreis;weggenommen sind die Schranken, mit welchen ihre Zeit