Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
Seite
281
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geneigten Gcschlechtc schlaff tändelnde Schwärmeret) an,die sich bald zur Kuplerin für schleicherische Sinnlichkeitmisbrauchen lassen mußte.— Johann Heinrich Junglgeb. >740; st. d. 2 April 1817) erzählt in „Heinrich Stil-ling's Jugend, Jüugliugsjahrcn und Wanderschaft" (1777)die wundersamen Wechsel seines eigenen, durch Glaubens-stärke und kindlich fromme Unschuld idcalisirtcn Jugend-lebens ; reine Gottergebcuheit und altteutsche Sitteneinfaltspiegeln sich idyllisch darin ab und sprechen wohlthucnd dasGemüth an; die Naturgcmälde und Mcnschenschildcrungcnhaben zauberische Wahrheit und Anschaulichkeit. In denspateren Romanen dieses frommen Biedermannes, der nieder Liebespflichten auf Erden über die ihm immer gegen-wärtige himmlische Zukunft vergaß, läßt nur Einzelnesdie ihm eigenthümliche Darstellungskunst ahnden, weilAlles dem redlich schwärmerischen Streben nach dem Ucbcr-sinnlichcn untergeordnet wird; wenigen Stillen im Landedürsten die Gebilde einer üppig fruchtbaren religiösen Phan-tasie zusagen. — Patriarchalisch freundlicher Jdyllentonund gelungene Nachbildung altbürgcrlicher Häuslichkeitfindet sich auch in dem ersten Thcile der „Geschichte meinesFreundes Ambrosius Rund, von Christoph Bachmann"(Hamburg 1733. 3TH.) nur geht er zu bald in herkömm-lichcr, der gemischten Lescwclt gefallender Erzählrwg bunterAbentheuer unter; der Verfasser dieses, vielleicht zu wenigbeachleten Romans ist L ev in C hri st ian Sander, vondem wir unter anderen auch die erneute Bearbeitung desFischart'schen Gargantua (1785) und die „Papiere des Klee-blattes" (>787) haben. —- August Gott lieb Meiß-ner sgeb. 1762; st. d. 18 Febr. 1807^ verstand, wie beson-ders seine „ Skizzen" (177g fll. isiTb.) darthun, geschicht-lichen Stoff mit künstlerischer Einsicht anzuordnen und durch