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und durch Romane zu sittlicher Besinnung gebracht, füredle Menschlichkeit, für gemüthlichcs Leben, für Wahrheitund Gerechtigkeit gewonnen, zu einer reineren, kräftigerenGesinnung und zur Wcrthschätzung eines von armseligenAeusserlichkeitcn unabhängigen Daseyns erzogen werden.
Die Mehrheit der tcutschen Romane jetziger Zeit stellethäusliches Leben und gesellschaftliche Verhältnisse und Um-gebungen dar und suchet Zustände und Umwandelnngendes inneren Menschen zu versinnlichen; für eine Persön-lichkeit, welche handelnd oder leidend hervortritt, wirdTheilnahme in Anspruch genommen, die Wirklichkeit baldverschönert und reicher ausgestattet, bald anschaulich treunachgebildet. Leicht ist der Ucbergang zu Empfindungenund Betrachtungen, wie sie das Verweilen bey einem an-ziehenden Lcbcnsgcmälde erzeugt; leicht die Anknüpfungmannigfaltiger Belehrungen und Zurechtweisungen, wiesie auch in sinnigein und heiterem Umgänge sich darbieten.Die Absichtlichkcit der Darstellung und die ihr zu Hülfekommende Kunst bestimmen die unterscheidende Eigcnthüm-lichkeit und das dichterische Verdienst derselben. Richard-son's psychologisch-sittlicher Ton Herrschetim I.J.Dusch's„Carl Fcrdincr" (>776) noch sichtbar vor. I. G. Mül-ler stellet heimathliches Gcscllschaftslebcn nach selbstständi-gen, meist gehaltvollen und gut benutzten Erfahrungen darund überläßt sich gern Betrachtungen, die zur Ausbildungwackeren Hausverstandcs förderlich seyn können; wären sieminder angehäuft, enger in die Erzählung verflochten undkörniger zusammen gedrängt, so würden sie von Vielenfruchtbarer beherzigt worden seyn, die sie gewöhnlich über-schlagen , ob sie gleich ihrer am meisten bedürfen. Durchweichliche Rührung suchte I. M. Miller das Gefühl znergreifen und regte in einem zn krankhafter Ueberspanunng