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2 (1819)
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liche Treue entschiedenes Verdienst; die „auserlesenen Ge-spräche des Platon" (Königsb. 179Z. 3 Th.) sind in Hin-sicht auf frey gewagte Bereicherungen der Muttersprachemerkwürdig; und die Übertragung des „Ossian" (Hamb.a8o6. 3 Th) darf keine Vergleichung mit den vorhandenenmetrischen Nachbildungen scheuen. Eigenthümlicher Ge-halt zeichnet auch seine prosaische Darstellungen aus; „dieInsel" (1788) ist ein politisches Traumbild idyllischer Se-ligkeit des gesellschaftlichen Lebens; die „Reise in Teutsch-land, der Schweiz, Italien und Sicilien" (Königsb. 1794.4 B. L-) ist an musterhaften.Schilvcrcyen ergiebig; das„Leben Alfred's" (>Li5) gefällt durch edle Einfalt undschlichte Wahrhaftigkeit; die „Geschichte der Religion JesuEhristi" (Hamb. >3o6 flt.) enthalt viele vortrefliche Cha-rakterzcichnungen und tief gemächliche Betrachtungen.

Ehe wir zu Andeutungen über den neuesten Entwi-ckelungs - Zustand unserer Nationallitteratur fortgehen,scheint es nothwendig zu seyn, auf das in einem Menschen-alter (zwischen 1770 und 1790) geleistete zurück zu blicken,uns die Borräthe, deren sie sich erfreute, zu vergegenwär-tigen, und, sey es auch nur durch bisher aufgeführte, dasBild ihres Wirkens bezeichnende Namen, an die in ihnenvorherrschenden, und in vielen jüngeren Kunstarbeiten sichabspiegelnden Richtungen des geistigen Litteraturlebens zuerinnern. Wir finden Reichthum und Freyheit, und nebenihnen fortdauernde Armuth und Abhängigkeit. DieSchätze des Alterthums werden herüber gezogen in unse-ren vaterländischen Kunstkreis; daß sie als Muster gel-ten, wird nur von denen widersprochen, welche Schönesund Großes dem Gemeinnützigen für tägliches Lebennachsetzen, Homer oder was sonst Herrliches aus Grie-chenland auf uns vererbt worden ist, gering achte»