242
Sänger, bald als Meister geachtet, wirkte fruchtbar fürgründliche Jugcndbitdung, so lauge er den gelehrten Un-terrichtsanstalten in Ottcrndorfss. >778^ und Eutin ff. >7örsvorstand, begab sich dann siöo2f nach Jena, um ganz demwissenschaftlichen Kunstlcben anzugehören, und hält sichnun s s. in Heidelberg auf, auch im höheren Alter
rastlos thälig für Bereicherung der vaterländischen schönenLitteratur. Durch beharrliche Kraftanstrengung hat ersich das Eigenthum vielumfassendcr Wissenschaft gesichert;sorgsam gepflegt und geschärft, auf bestimmte Grundsätzezurückgeführt hat er das Kunstgefühl, was Natur ihm zu-getheilt, Erfahrung und Nachdenken zur Reife geförderthatte; so ist er zu einem der vorzüglichsten Dichter undKunstrichter erstarkt, dessen Verdienste um unsere Spra-che, besonders um ihre metrische Gesetzgebung, und umdie Gesammtheit der Litteratur und des Geschmackes inTeutschland unvergänglich sind. Seine „Idyllen" (rLor)werden noch lange die vollendetesten seyn, welche wirhaben; die niederteutschen gelten als unübcrtreflicheMeisterstücke veredelter Wirklichkeit; das köstliche idylli-sche Familiengemälde „Luise" (1794; umgearbeitet 1812)in seiner zauberisch reinen Unschuld und Wahrheit wirdals unübertroffenes Muster dieser von Voß gestaltetenDichtart anerkannt. In seinen „ lyrischen Gedichten"(Hamb. r?85 ; Königsberg 179Z. 2 Th.), deren lezterUeverarbeitung (K. 1802. 4TH. 8.) die gehaltvolle Ab-handlung über die Zeitmessung der teutschen Sprache bey»gefügt ist, herrschet wnndcrsame Mannigfaltigkeit, erha-bene Begeisterung und kindlich freudiger Volkston, zarteEmpsindung und männliche Kraft, Neuheit und Hoheitder Ansicht und Natürlichkeit und Einfachheit der Entwicke-lung und der Sprache. Seine metrische Uebersetzungen