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2 (1819)
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(herausgegeben von Zollikofcr: Leipzig 1771s. 2TH.)beweiset, mild nachsichtig gegen Andersdenkende. Mit rei-ner Empfänglichkeit für das Schöne und Gnre, wie es inder mannigfaltigsten Gestaltung hervortritt, ahndete erimmer eine unergründliche Tiefe im mcnschl'.chen Denkenund ein unaussprechliches Höheres im menschlichen Stre-ben; und weit entfernt, den rasch fortschreitenden Zeit-geist aufhalten zu wollen, suchte er nur das verderblicheHinstürzen in die Abgründe des Unglaubens zu verhüten.In einem Zeitalter, welches als höhere Bildung und gutenTon gelten ließ, wenn der durch flaue Vernünftigkcit an-standig bekleideten Sinnlichkeit gestöhnt und brittischer oderfranzösischer frecher Hohn über Christcnthum als Prüfsteinder fteyeren und vorurtheillosen Denkart betrachtet wurde;in welchem Basedow die natürliche Religion anpries, dieWolfenbüttelschen Fragmente von Vielen für unwiderlegbarerklart wurden, und Bahr dt die evangelische Geschichtein ein mysteriöses, man weis nicht, ob mehr die Vor-zeit oder die Mitwelt mystiftcirendes Drama verzerrte;in welchem Aufklärung und feine Lebensart bald sodernzu können schienen, daß von Christus geschwiegen undMenschenverstand und Weltwcisheit von den Kanzeln ge-predigt werde; in diesem Zeitalter verkündigte und verthcl-digte Lavater das Wort vom Gekreuzigten, den Glanbenan das Ucbernatürliche, an die unmittelbare göttliche Ein-wirkung auf den Menschen, mit redlicher Ueberzengung undmit warmem Eifer. Ihn der Ueberspannung und desJrthums in Anwendung des Sichtbaren aus das Unsicht-bare, des Begreiflichen aufdas Unbegreifliche, des Irdischenauf das Himmlische, zu zeihen, ist nicht schwer; aber dieReinheit der Quelle, aus der Alles floß, kann nur vonfrevelhaftem Unglauben, nur von muthwilliger Zweifel-