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welche die Eigentümlichkeit seiner Empfindung, Ansicht,Bestrebung und Darstellungskunst am lebendigsten veran-schaulichen, find theils die Lehrgedichte „Musarion" (1768)und „die Grazien" (177a), liebliche Spiele antik- gemüt-licher Reflexion einer üppigen Phantasie; theils roman-tische Erzählungen, welche bey großem Verdienste dichteri-scher Darstellung und rhythmischer Kunst, zur Wiederer-weckung der unerschöpflich reichen wunderbaren Ritter- undZauberwelt des Mittelalters, kräftig fruchtbar für denSchönheitssinn der teutschen Lesewelt mitgewirkt haben;unter ihnen gebühret dem unbeeudeten Gedichte „Jdrisund Zenide" (1768) in achtzeiligen Stanzen, und dem inseinem Reichthume sich leicht und frcy bewegenden, dieGetrenntheit seiner Stoffe mit zauberischer Märchenhaftig-keit verschmelzenden „Oberon" O7L0; 1781) in achtzeili-gen Stanzen mit vier willkührlich geordneten Reimen, dieerste Stelle; aber auch „der neue Amadis"(i77r) in freyerVersart, „Liebe um Liebe" (>776), „Geron der Adeliche"k-777) und „Schach Lolo" (>778) u. m. a. haben aner-kannten Werth und ziehen durch Ton und einzelne Schön-heiten an. Von den vielen, nicht unglücklichen Nachfolgern,welche Wieland in dieser Dichtart gesunden hat, ist kei-ner, weder L. H. v. Nic0lay, noch I. Baptist vonAlriuger lgcb.1755; st.a797), noch Fr. Aug.Müllersgeb. 1767; st. 1807) bis auf Ern st Schulze fst. 1817)herab, dem Meister gleich zu stellen, wenn sie ihn auchzum Theile in Rhythmus und Sprache übertroffen haben.
Wieland's Prosa hat weniger Richtigkeit und sorg-same Glätte als der Styl in seinen Dichtwerken; er läßtsich oft darin gehen, und dann ist sie wortreich und nach-lässig ; immer bleibt ihr eine gewisse Gefälligkeit und natür-liche Einfachheit eigen; sie hat meist etwas Bezeichnendes