Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
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unter Böttigcr's treuer Bephnlfe, fortgesetzteTeutscheMerkur" (177Z bis ago5), die erste, der vaterländischenschonen Lttteratur in ihrem weitesten Umfange bestimmteteutsche Monatsschrift, worin Wieland's neueste Arbei-ten und neben Venträgcn mehrcr der gcachtetsten tcntschenSchriftsteller, auch Erstlinge Hofnungen erregender Anfän-ger abgedruckt wurden; sie fand bald in allen GegendenTeutschlands Eingang, bewirkte allgemeinere Verbreitungdes Sinnes für Litteratur und Kunst und behauptete sichgeraume Zeit als Vereinigungspunct vorzüglicher Köpfe.Im höheren Alter nahm Wieland lebhaften Anthcil anden sich drängenden merkwürdigen Ereignissen des Zeit-alters, besonders an der französischen Umwälzung, undzeichnete sich in stürmischer Verwirrung und Ueberspannnngder Meinungen oft durch richtiges Urthcil und hellen politi-schen Seherblick ans; auch hatte er sich fast ausschließlichdem Studium der alten Classiker wieder zugewendet, wo-von seine Uebersetzungen der Horazischen Briefe (17L2) undSatyren G786), des Lukianos (>788), der CiceronischenBriefe (iliog fll.) und dasAttische Museum" (>796 fll.;iLc,5 fll ) Zcugniß geben ; Wieland'S Uebersetzungengenügen weniger durch wörtliche und künstlerische gewissen-hafte Treue, als sie oft tiefe Auffassung und treffende Aus-legung der Urschriften beurkunden und dem Laien ihrenSinn und geistigen Gehalt bequem und lehrreich vergegen-wärtigen.

Wieland's inneres Leben spiegelt sich in seinenWerken ab. Von angelerntem, seine natürlich freye Bewe-gung erschwerendem Idealismus riß er sich aufder SchwelledeS kräftigen ManneSaiters los und ergab sich dem seinemG-unüthe angemesseneren Realismus und Nationalismus,womit eine bestimmte Abneigung gegen Schwärmerei) im-