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2 (1819)
Entstehung
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Gcwandheit und Ueberlegcnheit in schriftstellerischer KunstundThätigkcit ein Mann von treflichen Anlagen und immerfortschreitender Reife deS Geistes und Geschmackes, indemer die ihm erkennbaren Bedürfnisse des Zeitalters in sichanfnahm und ihnen reichlich zn genügen wußte; die Wich-tigkeit seines Einflusses auf unsere schöne Litteratur füllteinem Jeden in die Augen; seine Erscheinung ist höchstmerkwürdig, weil sie Abglanz des vorherrschenden Geisteseines ganzen Menschenalters ist; und er selbst ahndete sehrrichtig, daß mit ibm der Kreislauf einer litterarischenKnnstzcit ende; wenn schon er darin irrte (und mit ihmirren noch Mehre unserer Zeitgenossen), daß er für Unter-gang der schönen Litteratur des Vaterlandes nahm, wasnur als naturgemäßer Schluß eines einzelnen Abschnittesim teutfchen Kunstlebcn betrachtet werden kann. ChristophMartin Wieland aus Biberach (geb. 17ZZ; st. d. 20Jan. löiZZ verdankte dem Aufenthalte im Kloster Bergenftiiic nicht dürftige Bekanntschaft mit dem elastischen Alter-thumc, und dem Leben auf der Tübinger Hochschule dieErwerbung mannigfacher Kenntnisse, welche fortwährendvermehrt und so haushälterisch verwendet wurden, daß ihmeine sichere Ueberlegcnheit in litterarischen Kreisen und Ver-hältnissen bald zugestanden werden mußte. Mit jugendlichwarmer Neigung zur Dichtkunst und schon bekannt durcheinige, nach dem Maasstabe jeuer Zeiten nicht mislnngeneVersuche im Lehrgedichte, lebte er mehre Jahre si7Z2 bis1769^ in der Schweiz und bildete im vertrauteren Um-gänge mit Bodmer und Breitinger zn Zürich seinenlitterärischen Geschmack vielseitiger und fester aus. Wi e-land's Arbeiten in diesem Zeiträume liessen die Richtungnicht ahnden, welche sein dichterischer Geist im folgendenJahrzehnde nehmen sollte. Als Kanzlepdireeror in seiner