Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
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chend sie sich auch in kritischen Zeitschriften vernehmen lics-sen, wurde dem Rath und Belehrung Suchenden wenigHülfe geleistet; ihre Aensserungen mußten voll Wider-spruchs seyn und oft flache Unbestimmtheit haben, da ge-nau genommen, fast alle, mit der gemischten Lesewelt denMangel oder die Unsicherheit der Grnndansicht theilten undin denselben Vorurtheilen der Vorurtheillosigkeit befangenwaren. Die vorwaltende Richtung der Stimmberechtigtend. h. derer, die sich als solche geltend machten, ging aufAchtung für vermeinte Vernnnftmäßigkeit und sogenanntengesunden Menschenverstand, auf wcltbürgerliche Vielseitig-keit, auf Hervorheben dessen, was geläuterter, mit Ver-nnnftmaßigkeit und gesellschaftlichem Anstände in Eintrachtgebrachter Sinnlichkeit zusagt, auf Freyheit der Gedankcn-spiele, auf gefallige Geschliffenheit des Tones und derSprache. Einstimmigkeit der Menge konnte nur in demWunsche erwartet werden, daß der Genuß für Einbildungs-kraft vervielfältigt und erleichtert werde, und in der selbst-gefälligen Berechnung des äusseren Wachsthums der va-terländischen schönen Litteratnr, welches nach beschränktenund beschränkenden Vergleichnngen mit den Mnstervor-räthen des Alterthums und der gebildeteren neuerenNationen bestimmt wurde; und eben bey solchem Verfah-ren mußte Vieles als noch neu und unbenutzt hervortreten,durch dessen Aneignung der Teutsche sich um die Ge-schmacksbildung seines Volkes Verdienst erwerben konnte,ohne daß dem Mittelpunkte, um den sich alle vaterländi-sche Kunstthätigkeit in wundersamer Vielgcstaltigkeit be-weget, mit wahrhafter Liebe und begeisterter Absichtlich-keit merklich näher getreten worden wäre.

Dieser Stimmung der gebildeten und für Bildungempfänglichen teutschen Lcsewelt bemächtigte sich niit seltener