Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
Seite
175
Einzelbild herunterladen
 

175

skeu die unziemljcüe Herrschaft des französischen Geschmackesauf der Bühne; Shakespeares Größe wird anerkanntund überhaupt der dramarische Ton der Britten, als Ge-gensatz des französischen, in Schutz genommen. Lessing'sgeistreiche Anhänglichkeit an Aristoteles stehet ihm eben sowohl an, wie seine altsirtige Rcchtglaubigkeit. Atterthüm-liche Gelehrsamkeit und ästhetische Bemerkungen, Winkeüber Kunst und menschliche Sitten, Warnungen und Rath-schläge, die Obliegenheiten der Schauspieler betreffend,wechseln mit geschichtlichen Bruchstücken, Auszügen aus dra-matischen Arbeiten und Vcrgleichungcn derselben ab. DieFülle des Inhalts wetteifert mit der Trcflichkeit der Dar^stellung, Die Streitschriften gegen Klotz sind die vollen-detesten in der persönlichen Gattung und werden »och im-mer mit gleicher Thcilnahme gelesen, da sie kalt gleichgültiglassen müßten, wenn sie nichts weiter als persönlich schla-gend waren; sie fesseln durch wissenschaftliche Reichhaltigkeiteben so sehr, als durch Verfahren im Bernichtungskampfeund durch vollendete schneidende Schärfe des Tones. Invollständiger Herrlichkeit ossenbarete sich das dialektische Ta-lent Lessing's in den lcztcn Jahren seines fruchtbaren Le-bens. ,,Ernst's und Falks" meisterhafte Gespräche überdie Frepmaureret) (17-73 fll) enthüllen in hoch gelungenemHelldunkel, was nach Wahrscheinlichkeitsgründen von demschon damals übcrfllüssigen Orden geschichtlich und abhan-delnd gesagt werden kann, und enthalten in Andeutungendessen, was scyn sollte und könnte, und was nicht ist, Be-streitungen und Anklagen, welche nicht widerlegt werdenkonnten. Das Höchste wurde in der Fehde mit Götz überdie Wolfenbüttelschcn Fragmente erreicht; diese Streitschrif-ten (inWcrkenTH. 5.6 >7) sind vollendete Muster der Reich-haltigkeit, des Ernstes und der Laune, der Gelehrsamkeit