Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
Seite
174
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Kraft und Neuheit zauberische Schönheit der Darstellungund Sprache; sie stehen mit dem Geiste, der sich ihrer alsWerkzeuge bedienet, fast immer in vollständigem Einklänge.Diese Schilderung gilt von allen Lessing'schcn kritisch-po-lemischen Schriften; nur findet eine, der wachsenden Ge-diegenheit des inneren Lebens entsprechende Steigerung inder EntwiÄelung der Meisterschaft des Tones statt. Sokündigte sich Lessing schon in denRettungen" und injugendlichen Streitschriften au. Mit dem ,, Laokoon"(Berlin 1766; verm. 1788; >3o6) brach ein neuer Tagan für die Kritik des Schönen und für die freyerc und tie-fere Betrachtung der Kunst. Wer für Knustanschauungund für Nachdenken darüber empfänglich war, wurde ineine reiche Gedankenwelt eingeführt; der Unterschied zwi-schen bildender und redender Kunst mußte sich verdeutlichenoder gewiß mit helleren Ahndungen aufgefaßt werden undzu bedeutsamen Fragen und Folgerungen führen; so vielleuchtete ein, daß beide Eine Grundlage haben, in ihreneigenthümlichcn Richtungen und Bestrebungen sich trennenund daher ihrem Umfange und ihren Wirkungen nach eigen-thümliche gesetzliche Foderuugcn und Bestimmungen zulas-sen. Mit dieser psychologischen Metaphysik der Kunst thatsich ein Feld der Untersuchung auf, dessen Urbarmachungdie ausgezeichnetesten Denker unsers Zeitalters beschäftiget. DieDramaturgie" (>768) ist ein Uebungsbuch fürAlle, welche sich zur Eigenthümlichkeit der Ansicht und zurFreyheit und Gründlichkeit des Urtheils erziehen wollen;sie enthält die vielseitigsten Untersuchungen, Prüfungen,Berichtigungen und Widerlegungen. Siegreich und esbleibt zweifelhast, ob mit mehr Gelehrsamkeit, oder mitüberlegencrem Scharfsinn und Witz, werden herkömmlicheVorurthcile bekämpft, am nachdrücklichsten und erfolgreich-