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ansfoderndes in sich. Allen kritisch, polemischen SchriftenLessing'6 ist, bey großer Verschiedenheit ihres Stoffesund Gehaltes, das gemeinsame Gepräge seines eigcnthüm-liehen Geistes aufgedrückt. Welche auch die in ihnen be-handelte Aufgabe seyn möge, sie ziehen zu williger und baldgenußvoller Theilnahme an der Untersuchung fort; gebenlichtvolle Bepspiclc, wenn Begriffe gestaltet werden sollen,und Gcsammtvorstcllnngen, wenn Erläuterung des Ein-zelnen erwartet wird. Der in Betrachtung gezogene Ge-genstand wird oft tief in seiner Wurzel aufgefaßt, erklärt,erörtert, bezweifelt, oft in glücklich leichtem Gedanken-gange und meisterhaft witzig mit Mannigfaltigem in nähe-re Verbindung gesetzt. Die Untersuchung überraschet durchNeuheit der Ansichten und Wendungen, veranschaulicht sichdurch Bilder und bricht gewöhnlich ab mit einem geiftrei.chen Einfalle oder mit dem Ausdrucke der Sehnsucht nachdem, was erforscht werden soll; oder eö wird die Lösungder Aufgabe auf anderem Wege versucht, oder es wird zueiner neuen Untersuchung so kunstlos, als wenn sie selbstsich entgegen drängte, übergegangen. Selten erfolget einAbschluß oder Endertrag und daher glaubten Manche, eineauf genauen Zusammenhang berechnete Knnstgestalt in die-sen Arbeiten zu vermissen. Aber der Geist des seltenenMannes fodcrte gerade solche, fast absichtliche Gestaltlo-sigkeit, damit daö Endziel seiner lebendig-kräftigen An-strengungen, immer neue Anregung geistiger Selbstthätig»keit, nicht verfehlt werde. So wird auch seine Polemiknie mit ihrer Arbeit fertig; sie ist in stetem Fortschreitenbegriffen und beschränket sich keincswegcs aufVertheidigung,sondern will erobern; denn sie erwächst aus tiefer, nie be-ruhigter und gestillter Sehnsucht nach dem, was der Wahr-heit näher führet. Und überall herrschet eine durch Einfalt,