Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
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eine gemischte Rcccnsion nach den vom Dichter in ein Hand-ereinplar hingeworfenen Vorschlägen und Andeutungen zuVeränderungen; der Text hat nicht gewonnen und würdeschwerlich von Kleist selbst in dieser Beschaffenheit geneh-migt worden sepn. Der Frühling ist vom Grafen F. L.C. v. Finken stein (B. röofi. 3) kritisch bearbeitet, inmehre lebende Sprachen, von G. L. Spalding (1780.fll) treflich in das Lateinische übersetzt worden. VonKleist wurden auch die, wegen ihrer lieblich-natürlichenLaune und Zartheit bewundertenSinngedichte und Lie-der" (Potsdam i7ZZ; Drcsd. 17Z7; Verlin -791. 3) zumDrucke befördert; ihr Verfasser Johann JoachimEwald aus Spandau sgeb. 1727; st. nach 1767?^ lebtedamals in Potsdam, ging dann nach Darmstadt l 1757tund soll, nach Uebcrtritt zur katholischen Kirche, in Italienuntergegangen scyn.

So erwuchs und erkräftigte sich dichterisches Kunstle-ben, ausschließlich im protestantischen Teutschland, ohneZuthun der Großen und Neichen. Seine Heimath war inLeipzig und Halle, in Berlin und Braunschwcig; seine Pflegeübernahmen Jünglinge, ohne äusseren Antrieb, aus freycmgeistigen Streben, gereizt und belohnt durch inneren Ge-nuß. Sie beseelte Sehnsucht nach Schönheit und Freyheit;ein edler Geist der Frömmigkeit und Rechtlichkeit schützte ihreSitten und verherrlichte ihr bürgerliches Lehen; was derJüngling erstrebt hatte, fand seine Rechtfertigung im Han-deln und Wandeln des Mannes. Reiche Mannigfaltigkeitherrschte im Reiche der tcntschen Kunst und Wissenschaft,dessen Verfassung sich unter lebhaften Reibungen und Strei-tigkeiten zu gestalten anfing; weder von einer Hauptstadtnoch von einer Oberbehörde des Geschmackes und Oer Lit-teratur ging gebieterisch eine Gesetzgebung aus; keine Par-