Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
Seite
152
Einzelbild herunterladen
 

152

Kmistpflicht gegen geistige Sigcnthnmlichkeit statt finden,wo die Verfasser selbst ihre Werke der kritischen Umschaffnngdes scharfsinnigen Kunstrichters unterwarfen und denselbenim eigentlichsten Sinne dazu bevollmächtigten oder sich dar.über mit ihm verständigten, wie Götz, Kleist und mehreandere gethan haben. Nun erst mag hinzu gefugt wer-den, daß die Namler'schen Aenderungen der Mehrheitnach, von dem ihm eigenen Gesichtspuncte aus betrachtet,gebilligt werden müssen, und nur in kleinerer Zahl keineVerbesserungen sind.

Christian Ewald von Kleist aus Zeblin inHinterpommcrn fgeb. >7>Z; st. d. a/zAug. 1769^, ein kräf.tigcr, tiefer Mensch, auf dem Gymnasium in Danzig ss.2729^ und auf der Hochschule in Königsberg fs. >75r mitwissenschaftlicher Bildung nicht kärglich ausgesteuert, ob-gleich immer mehr mit sich selbst und mit der Natur alsmit Büchern lebend, trat 0756s in Dänische Kriegsdien-ste, wurde nach Friedrich's Thronbesteigung (>740) jn dasvaterländische Heer zurückberufen, zeichnete sich durch rit-terliche Tapferkeit, edle Menschlichkeit und geistiges Strebenaus und starb als Major an den Wunden, die er in derblutigen Schlacht bcy Kunersdorf fd. 12 Ang.s erhaltenhatte, zu Frankfurt an der Oder den Tod für's Vaterland.Sein dichterisches Talent entfaltete sich 0745j in schwcr-mnthiger Scelcnstimmung nach vereitelten Bebeshofnun-gen; Gleim war sein kritischer "Freund und Nathgcber;mehre seiner Gedichte (an Doris; das Gespenst; Sehnsuchtnach Ruhe; Lob der Gottheit) wurden in Schwabe'sBelustigungen" 0/45) ohne seinen Namen abgedruckt;nachdem derFrühling" (1746) schon einige Jahre erschie-nen war, wurde Kleist 0749s mit Raniler bekanntund unterwarf dieses Gedicht der Beurthcilnng des scharf.