Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
Seite
149
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gen dankbare Nachwelt würdig erklärt. Seine lyrischeArbeiten, Früchte ernster Anstrengung und umsichtiger Be-achtung der Kunstgcsctze, darum aber nicht ohne Natur-feuer empfangen und nicht ohne Begeisterung des Gcmüthtausgeführt, haben alterthümliche, namentlich horazischeFarbe und zauberisch-schönen Ausdruck; der Hauptgedankewird mit sicherer Nuhe festgehalten, mit anschaulicher Le-bendigkeit entwickelt und angemessen mannigfaltig undmit sorgsam gewähltem Bilderreichthume ausgeschmückt;überall offenbaren sich sittlich reiner Sinn, männlicheDenkart und das feinste Gefühl für Großes, Schönes undSchickliches; fast alle haben geschichtliche Beziehung; in denmeisten wird der Ruhm des Einzigen Königes gefeiert auSächt vaterländischem Wohlgefallen au Friedrichs Größe undRuhmwürde, ohne Selbstsucht und Schmeichelei,; der Prcns-sische Staatsbürger wird immer mit Liebe und reich loh-nendem Genüsse zu diesem das lebendigste Ehrgefühl erhe-benden Gesängen Ramler' s zurückkehren. Die Sprachehat vollendete Musterhaftigkeit; der Versbau und der Reimgenüget dem sprödesten Ohre, nur der Hexameter ist ge-wöhnlich mislnngcn; auch die Eantaten, unter denen mehredichterisches Verdienst haben, und die Singspiele sind insprachlicher und metrischer Hinsicht von nicht unbedeuten-dem Werthe. Dielyrischen Gedichte" mit der Uebersc-tzung von fünfzehn horazischen Oden gab Ram ler selbst(Berlin 1772. Ü) heraus; zur Besorgung der nach seinemTode erschienenenPoetischen Werke" (B- iLoo f. s B. 4und L) war L. F. G. von Göcking von ihm beauftragt wor-den; da die Veränderungen von der leztcn Hand des Dich-ters im seltneren Falle als gelungen zu erachten sind, soist die Beyfügung der früheren Lesarten willkommen undvielfach kritisch lehrreich. Ramler's Verteutschungen