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dclu aus eigenthümlichem Bedürfnisse; es war die Fruchtvorwaltender Stimmung und Neigung des Gemüthes.Die Macht ihres Gefühles gestaltete ihre Kunstwclt; ihrejugendliche Sclbstthätigkeit wucherte mit geistigen Erfah-rungen, welche zum wesentlichen Bcstandthcile ihres inne-ren Lebens geworden waren. Johann Wilhelm Lud-wig Gleim aus ErmslcbeN sgeb. 1719; st. d. 18 Febr.istoZs, Domsccrctair ff. 1747^ und Eauonicus in Halber-stadt, hatte sich frühzeitig einen zarten und ziemlich sicherenKunstsinn angeeignet, nie erlöschende treue Liebe für schöneLittcratur als leitenden Grundsatz in sein Leben aufgenom-men und wirkte dem gcmäs sehr viel Gutes in der teutschenLitteraturwelt; er stand mit den besten Köpfen und vorzüg-lichsten Schriftstellern seines Zeitalters in traulicher Ver-bindung und suchte eine seiner unschuldigen und edeln Ei-telkeit schmeichelnde Ehre darin, der Bewahrcr ihrer Ge-heimnisse, der Beförderer ihrer Unternehmungen, Rathge-der, Vermittler, Helfer zu seyn. Er hat freygebig Unter-stützung angedeihen lassen, wer ihrer bedurfte und durchTalent ein Näherrecht darauf hatte; der NaturdichterinAnne Luise Karsch sst. 1791s, I. G. Iacobi, I. B.Michaelis, W. Heinse u. v. a. ist er Bruder undVater gewesen. Sein Haus glich lange einem Mittel-punkte des teutschen Littcratur - und Kunst - Verkehres;es war die Niederlage schätzbarer Urkunden und Verhand-lungen darüber; wie auch die daraus mitgetheilten Bricf-sammlungen (f. 1804) öffentlich erwiesen haben. Der Rang,welchen Gleim als Schriftsteller und Dichter behauptet,ist vielfach bedingt und erleidet nach Zcitverhaltnissen undpersönlichen Rücksichten mehre Ermäßigungen. Abgesehenvon dem, was Altersschwäche und Einseitigkeit der Ansichtentschuldigen oder vergessen lassen müssen, hat er zu viel.