Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
Seite
127
Einzelbild herunterladen
 

L27

meinfaßlicher Wahrheit; scin Unterricht ist einfach. Dielyrischen Gedichte sind sanft, zärtlich, weich, oft malerisch;die Fabeln und Erzählungen, zwar wortreich, aber in na«natürlicher Anmnth den Gellcrt'schen verwandt. SeinePoetische Werke" wurden (Braunschwcig >767) vonC. Eh. Gärtner herausgegeben; später erschien (das.'769)das Glück der Liebe" in reimlosen Jamben.

Christian Fürchtegott Gellert aus Hainichenim Sächsischen Erzgebirge lgeb. «7>6; st.d. >3Dec. 1769;,fand auf der Meißner Fürstenschule ls. >729; seine FreundeRabencr und Gärtner, studirte Theologie in Leipzigss. 172^ und schloß sich bey seinem zwcyten Aufenthaltedaselbst als Hofmeister fs. »74-^ an hie Gebrüder Schlegelund deren Freunde an; er widmete sich dem akademischenLeben f 1744^ und wurde zum ausserordentlichen

Professor ernannt mit kärglichem, erst spät ^>762; vermehr«tem Gehalte. Große Mäßigkeit und wenige Bedürfnissewürden ihn gegen Mangel geschützt haben; aber reichlicheGeschenke mehrer Verehrer seines Verdienstes verschaftenihm ein gemächliches Leben und setzten ihn in den Stand,seiner menschenfreundlichen Neigung zum Wohlthun folgenzu können. Er stand als edler Mensch, frommer Christund eifriger Lehrer im größten Ansehn; seine Schriften ge-wannen ihm die liebevollste Achtung der teutschen Lesewcltund kein Schriftsteller hat auf diese mit solchem Segen nndin gleicher Ausdehnung gewirkt, wie er. Was er schrieb,war die Frucht einer sittlich frommen Gesinnung und desgelungenen Strebens nach Helligkeit der Vorstellung undFaßlichkeit des Ausdrucks dafür; seine kunstlose, standhaftrichtige Sprache ist aus der des gebildeten Umganges ent«nommen und war ganz geeignet, um von den verschieden,artigsten Lesern ihrem geistigen Bedürfnisse angemessen ge-