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lief auf Franzosenthnm hinaus; schon frühe mochte Gott-sched glauben, der Bühne keine geringe Wohtthat zu er-zeigen, als er Fönte nelle's „Endymion" (1726)übersetzte und sein Beruf zur Umstalmng der vaterländi-schen dramatischen Littcratur schien durch den unmäßigenBepfall entschieden zu sepn, womit sein „sterbender Cato"(17Z2 :c.), eine theatralische Nedncrchrie, ohne Geist undLeben, in wasserbrciten Alcrandrinern einherschreitcnd,von der durch des Mannes Glanzrnhm befangenen Mit-welt aufgenommen wurde. Er veranstaltete nun „dietentsche Schaubühne nach den Regeln und Erempeln derAlten" (>?4> stl. 6 B- 8.), welche größernthcils lahmeUebersetzungen ans dem Französischen und unter den Ur-schriften nur einige bessere von Z. E. Schlegel enthielt.So hatte sich der viclgcschäftige Mann einen weiten Kreisder Wirksamkeit gezogen; geblendet durch zugezanchztenDank der gedankenlosen Menge und durch demüthige Ver-ehrung schwacher Köpfe, wähnte er als Herrscher durchGeist und Verdienst, als Oberlichter über alles, wasinnerhalb der Granzen seines Reiches geschah, im Mittcl-pnnctc zu stehen und frcpe Macht üben zu können.
Diesen Anmaßungen, welche Wissenschaft und Kunstmit verderblicher Oberherrschaft stacher Einseitigkeit be-droheten, stellten sich zwey reich gebildete, gründlich ge-lehrte Schweizer, Bodmer und Breitinger, kräftigentgegen; beide vertraut mit dem elastischen Alterthnmund mit den Mnstcrwerkcn der neueren Zeit, geübt insinniger tiefer Betrachtung und Erforschung des Wesensder Wahrheit und Schönheit in Werken der redenden Kunst,unablässig an ihrer kritischen Fortbildung arbeitend undvon ehrwürdigem Eifer für vaterländische Knnstchre undfür Beförderung des rechten Kunstsinnes begeistert. I 0 h.