Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
Seite
108
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dar, womit er sich in die Schriftstcllcrwelt einführte; anchin seinem großen Werke über die christliche Sittenlehre(Helmst. 1766 fll. 9 B. 4 ) muß das Verdienst einer gutenSprache und hellen Darstellung dankbar anerkannt werden.Der Einfluß eines so allgemein geachteten Lehrers undSchriftstellers auf den Geist und Geschmack der bildsamenMitwelt war von entscheidender Wichtigkeit. Der Bear-,dcitnng der Geschichte in der Muttersprache leisteten J o h.Jacob Mascov aus Danzig l geb. 1689; st. d. 22May5761^, Lehrer ans der Leipziger Hochschule ls. »7>9Z,und Heinrich Graf von Bünan aus Weissenfels sgeb.4697; st. d. 7 April ,762z wesentliche Dienste; beide, inEinem Jahre s >722) als tentsche Gcschichtschreiber auftre-tend, sind achtungswerthe umsichtige Forscher und wußtendie kräftige Männlichkeit der tcutschen Sprache zu schätzenAnd mit gutem Erfolge zu gebrauchen; ihre Kunstdarstel-lung ist zwar keincsweges musterhast, aber sie bahnte dochden Weg zum höheren Ziele; ihr Ausdruck hat Angemessen-heit und der Bün a usche oft eine geschmeidige Gefälligkeitdie dem körnigen Mascov'scheu abgeht.

Diese Schritte waren geschehen, diese Richtung desvaterländischen Geistes war bey Einzelnen wahrzunehmen,diese Empfänglichkeit für Veredelung des teutschcn Kunst-geschmackes war bey Einigen vorhanden, bey Vielen vor-bereitet, als Gottsched Stiftereiner Schule wurde undsich, bey allen seinen, gewöhnlich allzu einseitig und mitungerechter Härte hervorgehobenen Schwächen, vielfachesVerdienst um unsere Sprache und Litteratur erwarb. Joh.Christoph Gottsched aus Judithenkirch bey Königs-berg sgcb. >700; st. d. 12 Sept. 1766z kam ziemlich reichau gelehrten Kenntnissen, wie beharrlicher Fleiß ohne her-vorstechende Naturgaben sie erwirbt, und um ungebildeter