eigentlich Hamburg, 1709. Z.) veranstaltete der Verfasserselbst, rechtfertigte dabey die sittliche Zulässigkeit seinerSpottschriften und gab über ihre Entstehung geschichtlicheAuskunft; nicht persönlich ist der Aussatz „die Vortreflich-keit und Notwendigkeit der elenden Scribenten gründlicherwiesen" 2726^, gleichsam der allgemeinere In-
begriff dessen, was an Einzelnen herausgehoben wordenwar; die launige Abhandlung „über die Unnöthigkeit derguten Werke zur Seligkeit" (17?«?^ ist hier nicht aufge-nommen, vielleicht weil sie bey Frömmlern zu viel Anstoßerregt hatte. Diese Sammlung ist vervollständigt und mitNachrichten von Liscov's Leben und mit Anmerkungenbegleitet von E- Müchlcr (Berlin >8aK.IB. L.) wiederherausgegeben worden. — Um dieselbe Zeit wurde J oh.Lorenz von Mosheim aus Lübek sgeb. 1694; st.d. 9Sept. i7ZZ^I, hochverdienter Lehrer der Theologie inHelmstädt ls- >72^ und in Göttingen ss. 1747^, Schöpferder neueren tcntschen Kauzelbcrcdsamkeit. Mit dem ihmeigentümlichen Schönheitsgefühle, mit einem Herzen volltreuen warmen Glaubens, welchen gründliche Forschunglebendig erhielt, mit einem reich gebildeten Geiste gab erseinen Predigten Ucbcrzcugungökraft und Rührung, Faß-lichkeit und Würde; nicht selten gehet die rednerische Erhe-bung in dichterisches Feuer über und der Ausdruck entferntsich von der ihm gebührenden Einfachheit. Seine „heiligeReden" (Hamburg 172?fll. 6 B. L.; öfter; zulezt >765)sind die Erstlinge eines für die religiöse Beredsamkeit inTeutschland ungemein fruchtbaren Zeitalters. M 0 sheim'sTheilnahme an Vervollkommnung der vaterländischen Litte-ratnr und ästhetisch-kritisches Streben war schon in den,, Zufälligen Gedanken von einigen Vorurteilen in derPoesie, besonders in der Deutschen" (Lübek 1716) erkenn-