Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
Seite
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Liscov aus Wittenberg im Meklenburgischsn sgcb. 170»;st. d. Zo Oct. 1760z, Kurf. Sächsischer Kriegsrath in DreS-den und in den leztcn Jahren stincs Lebens durch den all-mächtigen Minister Grafen Brühl Staatsgefangener inEilenburg, wird gewiß nicht überschätzt, wenn wir ihnden ausgezeichnetesten Prosaisten seines Zeitalters nennen,der bis auf Lessing unerreicht und unübertroffen blieb;so rein und richtig ist seine Sprache, so bcdcutungrcich undgehaltvoll seine Darstellung. Des kühn - freyen SpöttersAngriffe auf trotzig - zudringliche Elcndigkeit schlechterSchriftsteller sind gegen bestimmte Personen, d. h. gegenden Schriftsteller und nur dann gegen den Menschen, wenndieser mit dem Schriftsteller zur Einheit wird, gerichtet;namentlich gegen einen dünkelhaften unwissenden Mag.Sievers in Lübeck und gegen den abentheuerlichcn halli-schen Professor I. Ernst Philipps, welcher nicht ohneTalent war, wie seinCicero ein großer Windbeutel"(>7?5) beweiset, aber als Lehrer und Schriftsteller zugroße Blößen gab, um zur Züchtigung seiner srcchen An-maßung nicht herauszufodern. Liscov geißelt die Thor-hcit der Zeit in einigen ihrer Wortführer, welche ihm amnächsten standen; sollten seine Hiebe nicht in die Luftstreichen, so mußten sie auf einen fest ins Auge gefaßtenGegenstand gerichtet seyn; der ehrliche Much, mit dem eroffen in die Schranken trat, sollte ihm nicht zum Verbre.chen gemacht werden. Seine Satyren, so sehr ihr Stoffdem Zeitalter angehört, sind nicht allein ihrer vortreflichenSprache wegen, schätzbar; sie können als ergiebige Fund-grube eigenthümlicher Laune, neuer Einfälle und oft mei-sterhafter Ironie gelten. Die einzelnen Abdrücke derselben(f. 1762) haben sich sehr selten gemacht; eineSammlungsatyrischer und ernsthafter Schriften" (Franks, u. Leipzig,