Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
Seite
105
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von Haller verfaßten politischen Romane sind von Sei-ten der Gesinnung und der im Ganzen wackeren Darstellungund Sprache merkwürdig;Usong" (177«) soll darthun,wie unbeschrankte Alleinherrschaft durch Gemüthsadcl ge-mildert wird;Alfred" (>770) redet der beschränktenMonarchie, undFabius und Cato" (1774) der, freilicheinem Bcrner Patrizier wcrthcn, Aristokratie das Wort.Auch auf Haller's dichterische Eigenthümlichkeit hattendie kritischen Reibungen seines Zeitalters geringen, fastunmerklichen Einfluß. Dieß war in demselben Maßeder Fall bey Carl Friedrich Droll Inger, gehei-mem Archivhalter in seiner Vaterstadt Durlach sgeb. -638;st. d. 1 Inn. 1742^; er gehörte zur Hoffmannswaldau-Lohensteinifchcn Schule, bis das Studium der Alten undeiniger brittischcn Dichter seinem Geiste eine bessere Rich-tung gab. Seine lyrische Gedichte ( herausgegeben vonI. I. Spreng. Basel 2743; Franks. 1745. 8.), reifeFrüchte ff. 1726k eines männlichen Geistes, athmen kräf-tiges Gefühl und ernstes Nachdenken; die Darstellung istgediegen gedrängt, die Sprache rein und voll, der Vers-bau wohllautend. Seine religiöse Oden sind nicht ohneFeuer und den Hall er'scheu vorgezogen worden; aberim Neichthume und in Neuheit der Betrachtung und über-haupt im lyrischen Lchrtone stehet er unter Haller.

Nicht blos die poetische Litteratnr wurde mit treflichenWerken bereichert; auch für die Vervollkommnung derProsa geschahen rasche Schritte. Haged 0 rn' s Freund,der von vornehmen und gelehrten Mnckenfängern geistlichenund weltlichen Standes und von der, aller Welt, derTugend wie dem Laster freundlich zugethanen hösischwundenGlattheit gehaßte und verfolgte, selbst von Besseren fezrnoch oft verkannte Satyriker, Christoph Friedrich