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über Ungleichheit der Darstellung und Sprache geklagt;aber für alles, was dem unbefangenen Kunstlichter alsschwach und verfehlet erscheinet, sindct sich reicher Ersatzin großartigen Schilderungen einer großen Natur, inlebendig wahren Gemälden unschuldiger Hirtenkraft undEittcnreinhcit, in cdeln Gefühlen, für welche das rechteversinnlichende Bild und Wort gefunden wird; der Lehr-styl waltet vor. Der Versbau ist der Eigenthümlichkeitdieses Gedichtes angemessen; kunstreich bestehet derselbe inzehnzeiligcn Strophen, mit steigender Stärke der Gedan-ken gegen das Ende; vier weibliche und vier männlicheAlexandriner wechseln mit einander; zwey weibliche schlieftsen. Von den lyrischen Arbeiten zeichnet sich die unvollen-dete Ode „au die Einigkeit" durch Tiefe und Ncicbthum derBegeisterung am meisten aus; fast alle übrige sind zu kaltund nüchtern, um tief zu wirken und rasch zu ergreifen;nur einzelne Gedanken sprechen an; in einigen berrschctschmerzliche Wchmuth vor und sie sind dem Geiste undGefühle nach vortreflich, wenn auch die äussere Kunstge-staltung unvollkommen ist; in den meisten hat der Lchrtondas Uebergewicht; unter diesen hat die Ode „an die Ehre"surrst das vorzüglichste dichterische Verdienst. Haller'sGedichte wurden anfänglich (Bern 17Z2. 8.) ohne seinenNamen gedruckt; die dritte Ausgabe (174?) ist ganz um-gearbeitet und von Anhänglichkeit an der Lohenstein'schcnSchule zeigen sich fortan nur wenige Spuren; bis zur rüs-ten Ausgabe (1777) zog der Verfasser die bessernde Feilenicht ab und bemerkte die verschiedenen Lesarten der frühe-ren Ausgaben mit kritischer Sorgfalt; diese Vergleichungder Tertesverändcrungen wird hier in einem Anhange mit-getheilt, ausserdem sind sie oft gedruckt, nachgedruckt,und in andere Sprachen übersetzt worden. Die im Alter