Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
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in einer Sammlung unter der AufschriftPoetische Ver-suche in einem Heldengedicht und etlichen Schäfcrgedichtcn,mehrentheils aber in Überschriften bestehend" (Hamb. 1704.L.), mit geschichtlich und kritisch reichhaltigen Anmerkun-gen. Eine neue Ausgabe besorgte I. I. B 0 dmer (Zürich1749; * 176Z. 3.) und Ramler ließ eine Auswahl seinerund mehrer anderer Überschriften in umgestalteter Bear-beitung (Leipzig 1780. 8.) drucken.

Eine aus dem Leben selbst gebornc und des Lebenfrisch veranschaulichende, fruchtbare Dichter-Natur offen-barte stchin Johann Christian Günther ausStrie-gau in Schlesien fgeb. r6g5; st. d. aSMürz »72?^, einemJünglinge von herrlichen, im Gcwirre eines bis zur Wild-heit regellosen Wandels und unter bestündigen, selbstver-schuldeten Widerwärtigkeiten und drückenden Entbehrungen,nie zu einiger Reife ausgebildeten Anlagen. Sein Lebenist eine Kette von jugendlichen Unbesonnenheiten; er warunstet und immer in burschikosem Elende; trieb sich aufden Hochschulen in Wittenberg, Leipzig und Jena herum,ohne ein festes Studienziel zu verfolgen, lebte zwischen-durch in der Lausitz, in Schlesien und Polen vom Ertrageseiner Gelegenheitsgedichte und von der Unterstützung sei,ncr Wohlthater und starb als Student in Jena. SeineGedichte sind der treue Spiegel des inneren Zustandes sei-nes Gemüthes; sie drücken freudiges Selbstgefühl und Ver-achtung thörlicher Aeusserlichkeit, zagenden Mismuth undfrohes Ergreifen des Augenblickes, die muthwilligen Spieleeines leichten Sinnes und die ernsten Betrachtungen eineszum Glauben rückkehrenden Herzens, sanftes Gefühl undrohe Leidenschaft gleich malerisch aus. Der Mensch giebtsich in voller Eigenthümlichkeit; Alles hat die anschaulichsteWahrheit. Ausgearbeitet ist das Wenigste in seinen Wer-