95
gegen Franzoseuthum und italiänischen Flitterstaat; erwußte Hvffmannswaldan's und Lohenstein's Vorzüge nachVervienst zu würdigen; die Armuth und Verzerrung in derZierercy und Prunkerei) ihrer geistlosen Nachahmer deckteer ohne Schonung auf; die Schlestschen Zuckerbäcker, sonannte er die wüste Heerde, wurden gegeißelt. Er sprachseine Ansichten, Uebcrzeugnngen, Rügen und Wünsche inEpigrammen, voll Geistes und Witzes, selbflständig aus;denn seinen wackeren Vorgänger in dieser Dichtart, densinnreichen Loga», scheinet er nicht einmal dem Namennach gekannt zu haben; auch unterscheiden sich seine Ein-fälle in Richtung und Darstellung gar wesentlich von denLogau'scheu; sie sind körnig gedrängt und gedankenreich,haben Nachdruck und vollwichtigen Sinn, mehr Ernst alsLustigkeit; ihre Sprache ist minder geschmeidig und nichtfrcy von Härten; der mislungenen und bedeutuuglosenbegegnen genug, aber doch ungleich wenigere, als bcyLogau. Gegen die Reimschmiederey Postel's, der inder Benennung Stelpo kenntlich bezeichnet wird, ist das,mehr durch schneidenden Spott als dichterisches Kunstver-dicnst ausgezeichnete komische Heldengedicht „Hans Sachs"(Altona 170Z. Fol.) gerichtet. Seine allegorisirendeSchä»fcrgedichtc sind von geringem Werthe; aber doch meistbesser, als die mchrestcn vorhergegangenen und gleichzei-tigen. Der Dichter scheint nur in engcrem Kreise bekanntund geschäzt gewesen, bald ganz verschollen zu seyn; wirwissen nichts von seinem Leben, als was aus seinen bey-läuftgen Acusserungcn entnommen werden kann, und daßer in den lcztcn Jahren als dänischer Etatsrath zu Parisgelebt hat; nicht einmal die Zeit seines Todes ist bestimmtauszumitteln. Seine „Ueberschriften" gab er selbst (3 Bü-cher H. 1697; 1701.3.) heraus, vollständiger in 10 Büchern