Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
Seite
90
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Ausdruck zärtlicher Gefühle nicht mislang und in schmutzi-ger Schlüpfrigkeit der Nang neben Hoffmannswaldau ge,bührct; seine amtliche Gedichte sind ohne Kunstverdicnst,haben aber oft geschichtlichen Werth; König dagegen,dessen Gedichte I. L. Rost gesammelt hat (Dresd. 1746.8.),ist überall, im Beschreiben, im Licde und Drama, steiferund leerer; nur einzelne Stellen in ernstsittlichen Schilde»rungen lassen sich jezt noch lesen.

Viel erfreulicher ist der Anblick nicht, welchen Ham-burg, der Sitz einer rüstig geschäftigen Dichterzunft, einerneu erstehenden tcutsch-übenden Gesellschaft und einer blü-henden Schaubühne, gewähret. Länger, als anderswo,erbiclt sich hier der H offm anns w a ld au-Lohen stei-nische Geschmack und wenn die Früchte, welche er trieb,zum Thcile frischer und kräftiger, als wenigstens in Schle-sien und Sachsen waren, so zeiget sich doch des üppig auf-schießenden Unkrautes weit mehr. Viele Arbeiten dieserSchule sind in den von Christian Friedrich Weich-in ann aus Braunschwcig sst. 1769s, später Consistorial-Rath in Wolfenbüttel, während seines Aufenthaltes inHamburg, herausgegebenenPoesien der Nicdersachsen"(H. >72ZfIl. 6TH> 8.; vom Zu Th. an von Kohl) gesam-melt; wirklich ist mehres schätzbar in dieser Blumcnlese;das beste von Hagedorn, aus den wir bald zurückkom-men werden; manches Gute von Barthvld HeinrichBrockes aus Hamburg sgeb. >68o; st. d. >6Ian.1747s,Nathshcrren seiner Vaterstadt, einem frommen Bieder-mann?, der fcingcbildcten Kunstsinn und für Naturgenußempfänglich-dankbares Zartgefühl hatte; sein HauptwerkIrdisches Vergnügen in Gott" (Hamb. >721 sll. 9B. 8.;5mal aufgelegt) stellt eine Reibe tief und wahr empfunde-ner Naturgemälde in nicht schlechten Neimen auf und ein-