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sich in frcycn Stunden mit der von Jugend auf liebge-wonnenen vaterländischen Dichtkunst; sein durch Studiumfranzösischer Classikcr, besonders des regelfestcn Boileau,auf Reisen und in höheren Gesellschaftskreisen verfeinerterund zu züchtiger Ruhe und Bescheidenheit gebildeter Ge-schmack ließ ihn von den Verzerrungen des Zeitalters nichtergriffen werden; äusserst selten verfiel er mit einzelnenWendungen und Bildern in den Ton der LohensteinischcnSchule. Seine Arbeiten sind Fruchte einer dürftigen Ein-bildungskraft, sorgfältig gefeilte, nüchtern - schlichte Dar-stellungen in richtiger Sprache und in leichten Reimen,immer zu breit, oft gedankenarm, aber gefällig, Bieder-sinn und das Gefühl für Schicklichkeit nie verleugnend-Die mild belehrenden Satyren im Voileau'schen Tonehalten sich in den Kränzen allgemeinerer Schilderung derThorhcitcn der Eitelkeit, der Selbstsucht und des Dünkels,wie sie der leise auftretende feine Weltmann entwirft; siesind die bedeutendsten unter seinen Erzeugnissen; ihnenstehen die, freilich oft ganz prosaischen Sendschreiben amnächsten; den lyrischen Versuchen fehlet Kraft und Feuer;unter den Fabeln sind einige vortrcflich. Von CanitzWerken wurde nichts, so lange er lebte, gedruckt; nachseinem Tode veranstaltete Joachim Lange eine Samm-lung mit der Aufschrift: „Ncbcnstunden unterschiedenerGedichte" (Berlin 1700.8.) und es folgten i3 Ausgaben,unter welchen die von I. U. König (>727. 8.) besorgtedie vollständigste ist nnd auch das Leben des Dichters ent-hält. Sie haben zur Entwöhnung der Lesewclt von Lohen-stcinschcr Prunkvcrschrobcnhcit entscheidend mitgewirkt unddie Einführung eines naturgemäßeren keuscheren Knnst-styles gefördert. — Durch Umgang mit Canitz s>6g6)und durch Studium seiner Werke nnd französischer Dichter