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»6971, ein reicher Gutsbesitzer, der seine Meister verstan-den hatte, ihre Kostbarkeit und Schlüpfrigkeit zu errei-chen, sogar im Sinnenkitzel durch unnatürliche Ucbertrci-bnng und erfinderische Grausamkeit zu übertreffen wußte,und noch obendrein die uuteutsche Verkehrtheit des vorneh-men Gesellschaftstones mit lüderlichcr Sprachmengereybeurkundete. Seine „Heldenliebe der Schrift alten Testa-ments^ (Leipz. 1691 :c. :c.) thcils in Prosa thcils in Ver-sen, würde schon als reichhaltiges Musterbuch des vcr-schrobencn Geschmacks gelten können; aber es wird durchdie „Asiatische Vanise" (Lcipz. 16LZ; oft; znlezt 1764)gänzlich verdunkelt und ist darüber auch rein vergessenworden. Dieser vielgclescne und unter mannigfaltigenGestalten und Namen nachgebildete Roman ist das Erzeug-uiß zügellos wilder, im Erklügeln schwülstiger Gefühleoder Vorstellungen und Ausdrücke dafür, bis zur Erschö-pfung angestrengter Einbildungskraft; im Erstreben desNeuen, Ungeheuren, was Stauneu und Grausen erregensoll, verspottet sie die Gesetze der Natur und der Sitt-samkeit und sinket oft matt zur Gemeinheit herunter. Aller-dings begegnen gelungene malerische Schilderungen undberedte Stellen; unter den eingeschalteten Gedichten ver-rathen mehre lyrischen Geist und tiefes Gefühl; aber dasBessere schwimmt in unabsehbarer Wüste, wie grünendesEiland, was dem verzweifelnden Pilgrim Rettung undStärkung gewähret. Der von Ziegler begonnene „histo-rische Schauplatz der Zeit" (Leipzig 1696 fll.; >728 fll.3 Fol.) ist nüchterner in Darstellung, schlecht iu Hinsichtauf Sprachreinheit und von geringem Werthe in Ansehungder Ansichten und Grundsätze; er hat als geschichtlichesUnterhaliungsbuch lange Zeit in großem Ansehen gestan-den. — In mehren schriftstellerischen Erscheinungen kün-
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