Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
Seite
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digte sich inzwischen auch schon die Erschlaffung vernehm-lich an, welche auf unnatürliche Überspannung zu folgenpfleget; und die Gemäßigten, welche mit ihrem Strebenwohlgemeinten Geschaftsnutzen, aber kein rein und festaufgefaßtes Kunstspicl verfolgten, konnten die National-littcratur eben so wenig weiter bringen, als die auf demWege der Mittelmäßigkeit und Halbheit begriffenen Arbei-ter, welche zwischen Opitz und Lohen stein schwank-ten. So wirkte Christian Weise ans Zittau lgeb.1642; st. d. 21 Oer. 1708^, Rector des Gymnasiums sei-ner Vaterstadt ls. 1678k/ zur Verbreitung allgemeinererTheilnahme an der vaterländischen Littcratur und zurSicherstellung der Achtung für die Muttersprache und ihrenGebrauch im Geschäftsleben eifrig mit; seine Anweisungenzur Redekunst (f. >692) und zum Briefschreiben (169»)wurden viel gebraucht; aber frcyere Kunstansicht und rei-nerer Geschmack sind durch ihn nicht gefördert worden;dazu waren seine Arbeiten, nicht blos die Romane, son-dern auch die Kirchenlieder und Schulschauspiele zu un-gleich und im Ganzen zu schwach; von den lezteren sindviele einzeln, viele in mehren Sammlungen gedruckt wor-den ; manchen kann glückliche Erfindung und einigen Lust-spielen muntere Laune und gesunder Witz nicht abgesprochenwerden.

Gegen Ende des siebenzehnten und im Anfange desachtzehnten Jahrhunderts erfuhren die gesellschaftlichen undwissenschaftlichen Verhältnisse in Teutschland so wesentlicheVeränderungen, daß eine hiedurch bedingte und von derGesinnung der Wortführer abhängige Umstaltung der deut-schen Nationallitteratur unausbleiblich vorbereitet und an-gebahnt werden mußte. Die Zwingherrschast theologischerRechtgläubigkeit griff weniger anmaßend und gewaltsam