Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
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heit, in vornehm kalten Sinnbildern und rätselhaftenAnspielungen, in oft versagender Witzlust und in einemlastigen Ueberflufse an ungewöhnlichen Redensarten. DerArt sind seine Gelegenheitsgedichte, die bochfahreln.cnHeldcnbriefe und die meist süßlich üppigen Lieder, unterdenen manche das Bessere ahnden lassen, was der Dichterhätte leisten können. Züchtiger ist er alS Hosfmanns.Waldau, weil er erhabener seyn will; aber bisweilenweis er diesen auch in unsittlichen Gemälden und Einfällenzu übertreffen. Das beurkunden mehre seiner Trauerspiele,namentlich der unzüchtig grausame Ibrahim Baffa, dieempörend scheusliche Agrippiua und die schmutzige Epicharis,welche sammtlich von ihm als Gymnasiasten ver-

faßt worden sind; eine jugendliche Merkwürdigkeit, welchedem keuscheren Sinn des klüger gewordenen Mannes zukeiner Empfehlung gereichen kann. Anfangs war A.Gryphius sein Vorbild im Trauerspiele; später suchteer seinen Meister durch kühne Neuheit, besonders in kunst-voll ausgesonnener Grausamkeit und Gräßlichkeit zu über-treffen, wie Ibrahim Sultan s^s, eine Blumcnleseseltenerer Verbrechen, darthut; unschuldiger sind Cleopatra(Br. r66>) und Sophonisbe (>666). Den Hang zumWunderbaren, das Wohlgefallen an Geistererscheinungentheilet er mit Gryphius; auch hat er, wie dieser,Ehöre, deren mehre lyrischen Werth haben; einzelne Ge-spräche sind schön, einzelne Kcrngedankcn überraschen.Aber im Ganzen gehen Handlung und dramatisches Lebenin ewige Rednerey auf; der Dichter selbst drängt sichüberall vor und läßt die Personen des Stückes nicht zumWorte kommen. Gedanken- oder Spruch- und Bilder-krämerey, lange, mit aller äußeren Pracht oft leere Be-trachtungen und unzeitige Gelehrsamkeit oder tändelndes