Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
Seite
66
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reichen Welt. Seine Gemälde und Schilderungen sind derWirklichkeit zum Sprechen ähnlich; auch die geheimerenZuge des menschlichen Treibens weis er in ihren Schlupf-winkeln aufzufinden; seine Vergleichnngen haben gewöhn-lich etwas Schlageudes und von Sprüchwörtern macht erden glücklichsten Gebrauch; die überall eingeflochtenen ge-schichtlichen Erinnerungen und eigenen Lebenserfahrungenbringen die glücklichste Wirkung hervor; und dabcy ge-linget ihm, das Drolligste und Sinnvolleste aus Thatsa-chcn herauszuheben und zur Züchtigung und Warnung oderErmahnung schicklich anzuwenden. Sein Witz ist natürlichund eben darum durchgreifend, weil er ungesucht und ihmfast selbst unbewußt hervortritt, auch in Uebertreibungennicht versagt. Die Sprache würde großes Lob verdienen,wenn sie nicht mit allzuvielcn lateinischen und französischenWörtern und Redensarten verbrämt wäre; wie sich dennüberhaupt der vorurtheilfreye, und gedankenloser Abhän-gigkeit vom Herkommen siegreich widerstrebende Mann vondem Hanptvorurthcile seines Zeitalters, mit unzeitigcrGelehrsamkeit zu prunken, nichts weniger als frey erhal-ten hat. Von seinen vielen Schriften sind wohl „Salomo,der Regentenspiegel" ( >667. 2 Th. >2.), ,,der Freund inder Roth" (Hamb. ,657. 12.), „der rachgierige und un-versöhnliche Lucidor" (H. >657. 12.), „sieben böse Geister,welche heutiges Tages Knechte und Mägde regieren"(H. i6Sst. ,2.zc.), die Angriffe auf Kalender-Aberglauben(1669), der gegen gelehrte Peeantcrev gerichtete „teutscheLncianus" (r66g. 12.), und „Corinna die erbare undscheinheilige Hure" (Lcipz. 1660. 12.) die reichhaltigsten.Die Sammlung seiner „lehrreichen Schriften" ist mehr-malen (fünfmal, zuerst: Hanau 166Z; zulczt: Franks.u.M. 1719- 2B. L.) gedruckt worden und sezt, wie es