61
vielen Zügen mit Shakespear zusammen; und derplautinische „Horribilicribrifar", eine Karrikatur soldati-scher Aufgeblasenheit und Windbeuteley, voll ächttentschenHauswitzes ^ welcher nur etwas zu stark mit pedantischerGelehrsamkeit ausstaffirt ist. Beide Stücke sind in Prosageschrieben.
Noch entbehren wir eine vollständige und würdig kri-tische Ausgabe der Werke dieses achtungswerthen Dichters.Die ersten Sammlungen (Danzig 16Z4? Leiden 16ZZ;Florenz >646) enthalten Nur die früheren Gedichte undsind äusserst selten. Die Sammlung, welche Gryphiuswährend seines Aufenthaltes in Straßdurg (>647) zu ver-anstalten anfing und ein Ungenannter beendete und ver-fälschte (Franks a. M. a6Zo), wurde von ihm verworfenund sollte durch die Breslauer, welche „Freuden- undTrauerspiele, auch Oden und Sonnette" (-657; 166Z)überschrieben, aber ebenfalls mangelhast ist, ersetzt wer-den. Die neueste, von Christian Gryphius be-sorgte Ausgabe (Br. 1698 2 B. 3.) enthält nicht alleWerke und ist durch zahlreiche Druckfehler entstellt.
Die Satyre wurde, abgesehen von dem allgemeinenGewinne für Sprache und Versbau, durch die eigentlichOpitzische Schule wenig gefordert; sie erhielt sich, ohneZuthun der Kunstverständigen, nn Volksgebrauche; Spott-lieder, Rügen, Zerrbilder, im Bänkelsängertone, erschie-nen bey sich darbietenden Gelegenheiten in nicht unbedeu-tender Anzahl; freilich fast alles dichterischen Werthes er-mangelnd, aber als Ausdruck einer Art von öffentlicherMeinung und als Versuche, dieselbe zu leiten und zu gerWinnen, nicht gleichgültig. Opitz webet manche lebendigeSchilderung und milde Rüge der Zeitsiltcn ein; aber vonSatyren im strengeren Sinne stellte er kein Muster auf