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geführt. Die Muster, welchen Gry pH ins folgte, wa-ren Seneca, der Niederländer v. d. Bondcl und einigeFranzosen; die griechischen Meisterwerke scheint er wenigergekannt zu haben. Der Stoff ist aus der späteren römi-schen und auS der neueren Geschichte entlehnt. Der Dich-ter, hinneigend zur Physiognomik, Chiromantie, Traum -und Geisterseherey, verwebet gerne Wunderbares, na-mentlich Gcistererscheinungen in die Handlung; er suchtzu überraschen und durch Gräßliches zu erschüttern. DieEntbehrung des häuslichen Stilltebens und Ruhegenusscsin der Jugend hatte die Empfänglichkeit für das Mildegeschwächt, Sanftheit und Zartheit des Gefühles im groß-artigen Leben ihm entfremdet. Er weis sich oft im tragi-schen Tone nicht zu behaupten und seine Vorbilder ver-führten ihn zu langer leerer Nednerey, welcher sich einfrommer Lehrdichtcr dieser Zeit ohnehin gern hingiebt.Das älteste unter den Trauerspielen „Cardenio und Ce-linde" s 16441, einer italiänischcn Novelle nachgebildet,nähert sich dem epischen Style; in ,,Leo dem Armenier"fi646; nmgearb. ikZifj und im „Papiman" sitiögs wirdstark rhetorisirt; „Carl Stuart" fa66Zfj ist als politisch-dramatische Auffassung einer neueren Begebenheit und auchder Anmerkungen wegen merkwürdig ; der Stoff zu „Ka-tharina von Georgien" scheint ans Chardin's Neisebe-schrcibung entnommen zu seyn; die „heilige Felicitas"ist nach dem Lateinischen des Nic. Causin, die in seinemNachlasse gefundenen „sieben Brüder" sind nach van derVondcl gearbeitet.
Seine Lustspiele sind meist später geschrieben und wer-den von der Nachwelt ziemlich einstimmig den Trauerspielenvorgezogen; auch sie wurden bald nach ihrer Abfassungaufgeführt. Der Dichter scheint dabey die Lustspiele des.