Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
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Filidor der Dorferer bezeichnet. Er ist einer der frucht-barsten und geistreichsten Lyriker jenes Zeitalters; ausserUcberschriftcn, Hirtengedichten, traurigen und lustigenSchauspielen, haben wir eine beträchtliche Anzahl Liedervon ihm, indes Flüchtigen flüchtigen Feldrosen" (Hamb.,653; ,655. 12.), inLiebcsgrillen" (H. >65/,. f. 2TH.22.), inadelichen Rosen" (Glückstadt 1669. 12.) undin dergeharnschten Venus" (H. >66o. 12.), welche dievollendetesten, aber auch die schmutzig üppigsten seinerArbeiten, und ,3 sehr schätzbare Madrigale enthält; erist reich an Erfindungen, daher oft anziehend neu, seltenohne Feuer und Gelühlskraft, hie und da faselnd, wasmit seiner bisweilen durchscheinenden trotzigen Roheit imseltsamsten Gegensatze stehet; von Niederländischen Musternhat er einiges, aber mit eigenthümlicher Freyheit benutzt.Seine Sprache ist geschmeidig, volltönig, meist reiner alsdie Gedanken, der Versbau fast durchaus vortreflich.

Fassen wir den einzelnen Ertrag für die schöne Litte-ratur aus der bisherigen, nach der Zeitfolge entwickeltenDarstellung in ein allgemeiner bestimmtes End-Ergebuifizusammen, so zeiget sich, daß ausser den früheren Opitzi-schen Lehr- und beschreibenden Gedichten, nur für dielyrische Gattung Bereicherung gewonnen worden war;und es würde nicht schwer fallen, diese Behauptung ausden Arbeiten mehrcr minder berühmter oder bekannter Dich-ter zu beweisen. So finden sich unter des Schlesiers Ni-colaus Pcucker, Stadtrichters zu Cölln an der Spree,sst. ,674zsinnreichen Scherzgedichten" (Berlin >702.,2.) mehre durch zarte Natureinfalt ausgezeichnete undin Heinrich Mühlpfort's aus Breslau sst. i68,zdichterischen Versuchen (Br. a636, f. 2 Th. 8.) manche ge-lungene Lieder und finnvolle Einfälle; so zeichnen sich in