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des Naumburgischen Gcrichtsactnars Ernst ChristophHomburg, aus Mühla bey Eiscnach sgcb. 160Z; st.26Z1Z „Schimpf- uud ernsthafter Klio" (ivZö. sTH, 3.;Jena 16^2) und „geistlichen Liedern" (Naumb. ,663;Jena -669. 3.) mehre lyrische Gedichte, wenn ihr Stoffauch französischen und niederländischen Vorbildern ange-hört, durch rhythmischen Wohllaut und glücklichen Ge-brauch der Trochäen ans das gefalligste aus; so verdie-nen Johann Grob's aus Lichtcnsteig im Tockenburgi-schen sgeb. r65o; st- 1697^ „dichterische Versuchgabe indeutschen uud lateinischen Aufschriften" (Basel 1673. 12.)und noch mehr ,,Rcinhold von FreyeNthal poetische Spa-zienväldlcin" (1700.8-) beachtet zu werden; sie beurkun-den die vielseitigste reichste Geistesbildung, ächtlyrischesStreben und Juvenalischcn Strafwitz; Kcrnhaftigkcit derGesinnung und Sprache stehen in Einklang; mehrer ande-rer, welche noch angeführt werden könnten, nicht zugedenken.
Auch in diesem Zeiträume trikt Frömmigkeit als unter-scheidender Charakterzug des teutschen Volkssinnes hervor;fast ohne Ausnahme waltet sie in den Dichtwerken; diegeachtetesten Schriftsteller haben einen großen, und wollenwir der Wahrheit und Gerechtigkeit nicht wehe thun, somüssen wir hinzusetzen, oft den besseren Theil ihrer Thä-tigkeit der christlichen Erbauung gewidmet. Willig sollzugegeben werden, daß (Überspannungen in ihren An-dachtsschriften herrschen und vieles in denselben mit heuti-gen theologischen Ansichten nicht in Üebcreinstimmung zubringen ist; aber ticfherzliche Gottergebcnhcit, kindlich-starker Glaube, schwärmerische Liebe zu dem, der niegenug geliebt werden kann, wenn auch der rechte Ausdrucköder das Anderen zusagende Wort dafür nicht gefunden