Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
Seite
27
Einzelbild herunterladen
 

licher Gelehrsamkeit weniger überlade« wäre, so im ,,Lob-gesange des Neides."

Unter den lyrischen Gedichten zeichnen sich die geistli-chen, besonders die lyrische Umschreibung des Salomoni-schen hohen Liedes (Br. »627. 4.) und die oft meisterhaftenNachbildungen der Psalmen (»04. Br. i65o, 4.; 3. 2Z. 94.>24. >28. V. >635. 4.; igr lat, u. t.; zehn Ps. Br. 16Z4.12.; sechs Ps. >6Z5. 12.; zwölf Ps. 16Z6. >2.; sämmtlichmit Melodien) durch kräftigen Ausdruck und metrischenWohllaut ans; einige kleine Lieder können als vortreflichgelten; mehre athmen edlen VatcrlandSgcist; viele sindkalt und dürftig. Im Sonnette ist O p i tz fast blos Nach-ahmer, wenn auch nicht ohne Verdienst in fleissiger, Äusse-rer Kuustgcstaltung. Höher können auch die Idyllen nichtgestellt werden. In einigen Epigrammen ist Annäherungzu griechischer Einfachheit unverkennbar Für die Bühnehat Opitz ebenfalls nur als Nachahmer gearbeitet; dieUebersctzungcn der Antigene des Sophokles, und der Tro-janerinnen des Seneca, sind wegen Sorgfalt in Nachbil-dung der rhythmischen Eigenthümlichkeit merkwürdig; dasanmuthig leichte Singspiel Daphne, ^>627^ und das Trau-erspiel Judith fr655i sind aus dem Jtaliänischen entlehnt. Von den oft übereilten Gelegenheitsgedichten bey Hoch-zeiten und Todesfallen kann hier keine Rede scyn; die mei-sten sind mittelmäßig, dennoch kaum eins, aus dem nichtein schöner Zug oder Gedanke ausgehoben werden könnte;am reichsten an solchen ist dasLobgedicht auf Uladislaus,K. von Polen und Schweden" (Lissa >636. 4.).

Die Opitzische Prosa ist vortreflich, gedrängt, hell,gedankenreich und wohllautend, selten spielend mit Wort-oder Gedankenwitz. Lesenswerth, auch blos um derSprache willen, sind die Vorreden, Zueignungen und