Müllsterberg und Oels, zugleich Erklärung des wahrenGlückes; beide erheben die Freuden des Landlebens imderberen flandrischen Styl, aber ansprechend durch kunst-lose Wahrheit und gehoben durch den Gegensatz leiden,schaftlicher Bestrebungen nach Ehre, Reichthum und Ge-nuß , mit ernsten Strafworten gegen Weltinisbräuche undmit treffendem Spotte über Thörlichkeiten der vornehmenWelt. Die in Jütland l>621^1 verfaßten „Trostgründebey Widerwärtigkeiten des Krieges" (Br. »6ZZ. 4.) sindin rednerischer Spannung leicht hingeworfen, sprechen aberlebendige Kraft religiöser Gesinnung und frommer Entsa-gung aus und schliessen mit herzlicher Äuffoderung zu männ-licher Ausdauer und treuer Eintracht. Das Gepräge dessorgsamsten Kuustfleisses trägt „Vesuv" (Br. i65Z. 4.;mit Anmerkungen); der Entwurf dieses, auch in physika-lischer Rücksicht anziehenden beschreibenden Gedichtes istbesonnen angelegt und mit folgerichtiger Sicherheit durch-geführt; fast nichts erscheinet müßig; sehr wenige Nach-lässigkeiten sind wahrzunehmen; tiefere Betrachtung liegetin einzelnen Gedanken und Bildern; und es bringet eineglückliche Wirkung hervor, wenn am Schlüsse von Vorbe-deutungen zu Teutschlands Kriegs-Elend und zu frommenWünschen für dessen Erlösung übergegangen wird. GleichenRang mit diesen Gedichten haben die Briefe; sie sind reichan treflichen Bemerkungen und leichten Gedankcnspielen.Verwandschaft dieses Geistes und Tones begegnet anch inden Spottgedichten, welchen milde Nachsicht gegen Schwach-heiten und Geneigtheit, dem Schlechten die scherzhafteSeite abzugewinnen, eigcuthümlich ist; so in dem „Lobdes Kriegsgottcs" (Br. iZag. 4.), welches Sündhaftig-keit zum Verdienst erhebet und durch mäßigbittere Lustig-keit noch mehr zusagen würde, wenn es mit altcrthüm-
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