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hende Kirchenwesen eben sv gewaltig in seinen Grundfe-sten erschütterten, als sie tief in den religiösen Glaubenund in das kirchliche Meinen des Volkes eingriffen. Eswankte das göttliche Ansehn und die kirchliche Unfehlbar-keit des römischen Bischoffs; in seiner Gebrechlichkeit undUnhaltbarkcit erschien vor Vieler Augen, was seit Jahr-hunderten als Stütze und Vollwerk eines alten WahneSgegolten hatte; streng geprüft und mit freycr Gründlich-keit und Scharfstchtigkcit gewürdigt wurden geschichtlicheUeberlicferungen, künstlich geordnete und in einanderverschlungene Glaubenslehren, und die Begründung,Gültigkeit und Bedeutung vieler kirchlichen Gebraucheund Herkömmlichkeitcn.
Ter leidenschaftlich trotzige Ingrimm der Eiferer,welche von Banden des herkömmlichen Schul-Vorurthcilszu umstrickt waren, um die Stumpfheit eigener und dieSchärfe der gegen sie gebrauchten Waffen begreifen zukönnen; welche die Neuerung als gottlos mit scholasti-schen Redensarten anfeindeten und bequemer verdamm-ten, als widerlegten; die Unbedachtsamkeit, die vornehmflache Sicherheit, eigentlich irreligiöse Gleichgültigkeit^womit Papst Leo X, seine Rathgeber und Werkzeuge,vielleicht auch aus italiänischer Verachtung teutschcr Un-beholfeuheit, das, was sie als gemeinen Ungehorsam,oder als Grille eines fanatischen Grüblers, oder alsSchul- und Ordensstreitigkeit nahmen, ohne es zuwollen und zu ahnden, zur allgemeinen Kirchenangele-gcuheit und, was ihnen unverständlich seyn mochte,zur Volkssachc werden ließen; die verblendete Selbstsuchtund die halsstarrige Verstocktheit kirchlicher Oberbehör-den und ihrer Schatten; die Unwirksamkeit lang genugschnöde mißbrauchter kirchlicher Zucht- und Strafmillel