Druckschrift 
1 (1818)
Entstehung
Seite
133
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Eilfte Vorlesung.

Geschichte von der Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts bis indie ersten Jahrzehnte des scchszehnten, Lehrgedichte- Bür-gerliches Selbstgefühl; Lyriker. Romane. Volksbücher-Drama. Satyre: Rcineke Fuchs; Seb. Brant undGeiler. Prosa.

Während der Zustand äußerlicher Einheit im tentschcnReiche immer zweydentiger und schwankender wurde,das Ansehen des Rcichsobcrhauptes sichtbar sank, nichtblos solange der schlaffe Friedrich III,l l »ststo fg.f, son-dern auch wie der ritterlich hochherzige Marimilianl,fistyZ fg.f Kaiser war, die Fehdesucht des Adels mitRohheit, argen Unarten und bösen Gelüsten desselben, sowie die Rauslust und Schlechtigkeit seines Gesindels unddes ihm nacheifernden Geschmeißes zunahmen; blühcteuKraft und Geist des Untschen Volkes in Städten lustigauf. Die Städte erstrebten und erlangten Gleichstellungihrer Gerechtsame mit denen des Adels und der höherenGeistlichkeit, bewahrten und erweiterten, liebten treu undvcrtheidigtcn tapfer ihre Frcyhcit. Neben Prachtlicbeund Genußsinn, welche die Entwikelung des Kum.gcfüh-les begünstigten, erhielten sich biedere Rechtlichkeit,frommes Selbstdcnken und gesunder bürgerlicher Hausver-stand; auch Neigung zu wissenschaftlicher Bildung, inso-weit sie ins Leben eingreift, wurde allgemeiner. DieMacht der teutschcn Städte war ungleich und eigentlichnur im Norden glänzend; aber überall von der Ostseebis an die Donau, am Rheine wie an dcrElbe, vermehrtesich ihr Wohlstand durch Gewcrbstciß und Handelsver-kehr; überall Geschäftigkeit und Burgerfieiß, Kunstfer-tigkeit und Streben nach Erwerb; Verbindungen in der