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1 (1818)
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Zwölfte Vorlesung.

Wissenschaftliche Fortschritte in Teutschland. Bolksbestrebun-gen. Martin Luther.

Das Fortschreiten des bürgerlichen Verstandes, dergesellschaftlichen Bildung, der Wissenschaft und der Kunsterfolgte aus Einer Anregung, aus dem, einige Anrci-fung und Ertüchtigung dafür voraussetzenden Strebennach Frcyheit, und mußte sich nach dem Gesetze innererVerwandtschast in Wechselwirkungen begegnen. Der Theiides Volkes, welcher von diesen berührt und ihrer auchnur dunkel und in abgebrochenen Einzclnheiten gewahrwurde, fand vieles in gesellschaftlichen Einrichtungen,in bestehenden äusseren Vcrhältnißen, in herkömmlichenGestaltungen geistiger Thätigkeit, der Berichtigung undVerbesserung bedürftig, sehnte sich nach dieser und wargeneigt, zu deren Einführung ins Leben mitzuwirken; eineNeigung, die auch häufig nicht ordnungsmäßig und züch-tig-bescheiden zu Tage brach. Um willenlose, blinde Hin-gebung an verewigt-vormnndschaftliche, alleinherrschendeFührer in Kirche, Staat und Wissenschaft war es geschehen,wo Recht oder Pflicht der Selbstbetrachtung und der ei-genthümlich-freyen Selbstbestimmung geahndet ward.Das konnten Härte der Beamten und selbstsüchtige Stren-ge der Fürsten nicht hindern; das hatten Rohhcit und Sit-teulosigkeit vieler Geistlichen nicht allein verschuldet; dasentstand auch nicht ausschließlich aus Noth und Verzwei-flung ; es war die Frucht allgemeinerer geistiger Selbst-thätigkcit, eigenthümlichen sittlichen Nachdenkens, derniiwillkührlichcn Vergleichung unaussprechlichen Gefühles