Druckschrift 
1 (1818)
Entstehung
Seite
163
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salbungsvolle Kanzelvorträge Werth. Wider seinen Wil-len, auf Befehl der Oberen mußte er die höchste WürdeUl der Gottesgrlahrthcit annehmen l>6i2l, und schworden Eid auf die heilige Schrift, durchdrungen von demunerschütterlichen Entschlüsse, dieser eidlichen Verpflich-tung, in ihrem ganzen Umfange, buchstäblich und imGeiste und in der Wahrheit treu gewissenhaft nachzukom-men; daher auchHebräisch und Griechisch mit beharrlicherAnstrengung fortan von ihm erlernt wurde, um die Neli-giousqucllen in ihren Grundsprachen lesen zu können.Wie heilig ihm die Erfüllung dieses feierlichen Gelübdesgewesen, hat ein steigend großartiges, für viele Millio-nen Menschen unter allen Zonen und für schon drey Jahr-hunderte wohlthncnd-folgenreiches öffentliches Leben beur-kundet; und die Wirksamkeit dieses Lebens erhob sich vongeringem Anfange zu unermeßlichem Umfange. Als derDominikaner Johann Tctzel in Jüterbock, vier Mei-len von Wittenberg, Ablaß vertrödelte, predigte, eiferte,warnte Luther gegen diesen gotteslästerischen, grcncl-haften Unfug; und wie er deshalb von dem schaamlosenMönch der Ketzerey beschuldigt wurde, foderte er densel-ben mit Z5 an der Wittenbcrger Schloßkirche fd. 3» Ok-tober angeschlagenen Sätzen zu einem schulgerech-tcu gelehrten Kampf heraus. Damit begann das Werk,dessen Bedeutung und Endergebniß sein Urheber nicht ahn-dete. Teutschlands Gelehrte, Geistliche und Weltlichenahmen lebendigen Antheil an dieser Streitigkeit; siegehörte in ihrem Beginnen offenbar dem engereu Kreiseder theologischen Schulwissenschaft an; mußte aber, wei-ter verfolgt und auf ihre Gründe und Bedingungen zurück-gebracht, bald zu Erörterungen, Untersuchungen, Ansich-ten, Erklärungen und Schritten führen, welche das beste-ll 1 *