Druckschrift 
1 (1818)
Entstehung
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Das Lied der Niebelungcn, eines großartigen Hcl-dcngcschlechtes, oder, wie es in den besseren Handschrif-ten benannt ist, das BnchChriemhilden, wird mit vollem,nur von entschiedener Unkunde angestrittcncm Rechte alsdas Höchste, als ein vollendetes Epos, unter den Denk-mälern der alttcntschcn Dichtkunst, gepriesen; unser Zeit-alter mag stolz darauf scyn, daß dieses Kleinod in ihmbekannter, richtiger gewürdigt, vielseitig untersucht undals Ekstein volksthümlichcr Kunst anerkannt, in Unter-richtsanstalten eingeführt und für die verschiedenartigstenLeser zum Gegenstände der Bewunderung und des Ge-nußes erhoben worden ist. Das Geschichtliche in diesem,nach allen seinen Bestandthcilcn eng verschlungenen, zurreifsten epischen Einheit erhobenen Heldengedicht, verlau-fet äusserst einfach:Siegfried, König der Niederlande,umstrahlt vom Glänze herrlicher Waffenthaten, erhältChriemhild, die Schwester Gunthar's, Königes der Bur-gunder zu Worms; diesem wird die herrliche Brunhild zuThcil durch Beyhülfe Siegfrieds, welcher die ihren Besitzerschwerenden zauberischen Hindernißc mit seiner Wun-derkraft zu beseitigen weis. Die Schwägerinnen verun-einigen sich über das Ansehen und die Vorzüge ihrer Gat-ten; das von Chriemhild im leidenschaftlichen Wort-wechsel unvorsichtig verrathcnc Gcheimniß des Antheils,welchen Siegfried an Vollziehung der Verheirathung derBrunhild mit Gunthar gehabt, verwundet das Schaamgc-fühl der stolzen Königin und entstammt ihren unversöhn-lichen Haß gegen den Mann, der sie getäuscht und füreinen anderen gewonnen hatte. Sic veranstaltet Sieg-frieds Ermordung durch den tückischen Hagen auf derJagd. Chriemhild von unheilbarem Schmerze durchdrun-gen, brütet Rache, heirathet den ländcrmächtigcn Etzel,