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weis die Burgunder zu einem großen ritterlichen Festean dessen Hof zu locken und verdirbt sie. Hageu's Hauptschlägt sie mit Siegfried's Schwerdtc ab, welches seinMörder ihm entwendet hatte. Sie selbst-fällt durch Hil-dcbrand. So werden Leben und Tod einer ritterlichhohen, schönen Frau, mit ihrer uncrlöschlicheu Liebeund mit der Nachsucht, wie nur diese in solcher Gründ-lichkeit und Allmacht erzeugen kann, veranschaulicht;Chricmhild trägt und pflegt den immer jungen Schmerz inihrer Brust; er ist die Seele ihres Daseyns und endeterst mit dsescm, so bald dem ermordeten Geliebten einGrausen erregendes großes Todtenopfcr mit Schuldigenund Unschuldigen dargebracht worden ist. So wird ver-söhnt der Schatten Siegfried's, der wie eine Geister^erschciilung im Inneren der ganzen Handlung waltet; sowird ein fruchtbar erhabenes Gottesgericht gefeiert.
Der Stoff des Epos ist uralt; er muß in der Zeit,wo er geschichtlich war , frisch aufgefaßt worden seyu;dafür zeugen die naturgemäße Darstellung, die Lebendig-keit der Farbe, die helle Reinheit des Grundtones inallem, was die Sitten, das Streben und Thun, die Her-kömmlichkcitcn und Gebräuche unter den Menschen imHunnischen Zeitalter so treu und wahrhaft abspiegelt; eslieget dabey Anschauung in unverdorbener Erstlingskraftzu Grunde, keine verbleichende, sich nach Veränderungenjüngerer Geschlechter wandelnde Ueberlieferuugcn; es istdie Ritterlichkeit in rohem Beginnen, deren Urzüge unsbegegnen, allen verwitterten Eigcnthümlichkeitcn ungebil-deter Lehnsverfassung und trotziger Waffen-Ehre, bisin den Tod getreuer brüderlicher Genossenschaft und fleck-loser Tapferkeit. Mannigfache innige Bezichnngen aufdie ältesten teutschcn Heldensagen sind unverkennbar.