392 A- Augustinus Bekenntnisse.
Umklcidung hervor, und gleich dem Mittage werdenunsere Finsternisse sein. Gib dich mir, mein Gott!gib dich mir zurück, denn ich liebe dich, und ist eswenig, will ich dich kräftiger lieben. Ich kann esnicht ermessen, damit ich es inne werde, wie viel derLiebe mir noch mangele, bis es hinreicht, daß meinLeben in deinen Umarmungen verfließe, und nicht ab-lenke bis es endlich in deinem Angesichte verborgenwerde. Nur das weiß ich, daß ohne dich ich elendbin, nicht nur außer mir, sonhern sogar in mir selbst,und daß aller Überfluß, welcher nicht Gott ist, fürmich Armuth ist.
Schwebte etwa nicht auch der Vater oder Sohnüber den Gewässern? Wenn gleich einem Korper überdem Räume, dann schwebte auch nicht der heilige Geistdarüber. Ist aber die Erhabenheit der unwandelbarenGottheit über allem Wandelbaren, so schwebte sowohlder Vater, als auch der Sohn und der heilige Geistüber den Gewässern. Warum denn ist dieses nur vondeinem Geiste gesagt? Warum ist es nur von Ihmgesagt, als wäre dort ein Raum, wo doch kein Raumist, von welchem allein gesagt wird, daß er deine Gabesei? In deiner Gabe wollen wir ruhen; dort deinergenießen. Unsere Ruhe ist unser Raum. Die Liebeerhebt uns dahin, und dein guter Geist erhöhet unsereNiedrigkeit über die Pforten des Todes. Im gutenWillen ist Friede für uns. Der Körper strebt durchsein Gewicht nach seinem Orte. Das Gewicht strebtnicht einzig nach Unten, sondern nach seinem Orte.Das Feuer strebt hinauf, der Stein nach unten; von