376 A. Augustinus Bekenntnisse.
stießen, finden mögten, auch er sei in den kurzen Wor-ten deines Dieners nicht übersehen; und wenn imLichte der Wahrheit ein anderer wieder einen andernSinn sähe, auch dieser unter denselben Worten ver-standen werden könne.
Wie nämlich ein Quell in einem kleinen Räumeergiebiger ist, und mehr Gewässer spendet, als jedereinzelne Bach, der ihm entfließt, und durch großeStrecken sortströmt; so entquellen auch in der Erzäh-lung deines Dieners seinen einfachen, so vielen künf-tigen Rednern höchst fruchtbaren Worten Stromelauterer Wahrheiten, aus welchen sich ein jeder, dereine dies der andere jenes nach den Krümmungenlanger Schlüsse folgern kann.
Denn" einige, welche diese Worte lesen oder hören,stellen sich vor, Gott habe als ein Mensch, oder alsein ungeheurer Coloß von unermeßlicher Macht durcheinen neuen und plötzlichen Entschluß, außer sich selbst,gleich wie in weiten Entfernungen Himmel und Erdegemacht, zwei große Körper, in der Höhe und in derTiefe, in welchen alle Dinge enthalten wären. Und wennsie hören: Gott sprach: dieses werde, und es wurde, den-ken sie an angefangene und beendigte Worte, erklingendin der Zeit und vorübergehend; nach deren Aufhörengleich da war, dessen Dasein befohlen wurde, undwas sie sonst noch Ähnliches aus Gewohnheit sinnlicherBegriffe sich vorstellen. In diesen annoch kleinen le-bendigen Wesen, wird, während ihre Schwäche durchdiese ungekünstelte Schreibart, gleichsam wie in demmütterlichen Schooße getragen wird, der Glaube heil-