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Bekenntnisse
Entstehung
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346
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346 A. Augustinus Bekenntnisse.

geben. Wo ist der Himmel, den wir nicht erblicken,gegen welchen Alles, was wir erblicken, Erde ist.Denn dieses ganz Körperliche, dessen Unterstes unsereErde ist, hat nicht durcb und durch auch in den letztenTheilen eine so schöne Gestalt erhalten, sondern gegenjenen Himmel des Himmels ist unserer Erde Himmelgleichfalls Erde. Und beide diese großen Körper sindnicht unpassend Erde gegen jenen, ich weiß nicht wel-chen Himmel, welcher des Herrn ist, nicht der Men-schenkinder.

Ja wahrlich war diese Erde unsichtbar und un-geordnet, und, ich weiß nicht, welch' ein unergründ-licher Abgrund, über welchen kein Licht, weil an ihmkeine Gestalt war. Woher befahlst du, daß geschriebenwürde, «Finsternisse waren über dem Abgrund,» wenndies nicht Abwesenheit des Lichts wäre? Denn wowäre Licht (wenn es wäre) wenn nicht über etwassich erhebend und erhellend Wo daher noch kein Lichtwar, was war dann Anwesenheit der Finsterniß an-ders, als Abwesenheit des Lichts. Auf ihr waren da-her Finsternisse, weil Licht auf ihr fehlte, gleichwiedort, wo kein Laut, Stille ist. Und was ists, daßdort Stille ist, als, daß dort kein Laut ist. Hast du,o Herr, nicht diese meine Seele, welche dir es be-kennt, also gelehrt? Hast du, o Herr, mich nicht ge-lehrt, daß bevor du jenen gestaltlosen Stoff bildetestund ordnetest, Nichts, keine Farbe, keine Gestalt, keinKörper, kein Geist, da war? Doch war nicht ganzund gar Nichts, es war etwas Formloses da, ohneirgend eine Gestalt.