342 A. Augustinus Bekenntnisse.
der Vergangenheit vergessend; nicht mich beschäftigendmit dem Künftigen und Vorübergehenden, sondernstrebend nach dem, was vor uns ist, und so nicht nachmeiner Beschäftigung, sondern nach meinem Strebenfolge der Palme des überirdischen Berufs, wo ichhören werde deines Lobes Stimme, und betrachtendeine weder kommende noch vorübergehende Wonne.Jetzt aber vergehen meine Jahr' in Seufzen, und meinTrost bist du, mein Herr, ewiger Vater! Ich binindeß aufgelöst in der Zeit, deren Ordnung ich nichtkenne, und stürmisches Mancherlei zerreißt meine Ge-danken und das Innerste meiner Seele, bis ich indir zusammenfließe, geläutert und zerfließend in deinerLiebe Gluth.
Und ich werde in dir in meiner Gestalt bestehen,und gefestigt werden, und nicht dulden die Fragen derMenschen, welche in sträflicher Sucht nach Mchreremdürsten als sie begreifen, und sagen: was machte Gott,bevor er Himmel und Erde machte? oder, wie kames ihm in den Sinn etwas zu machen, da er vorhernie etwas gemacht hatte? Verleib ihnen, Herr, rechtzu bedenken, was sie sagen- und zu finden, daß mannicht Nie sagt, wo es keine Zeit gibt. Sagt mandaher, einer habe nie etwas gemacht, was sagt mandenn anders, als, einer habe zu keiner Zeit etwasgemacht.^ Mögen sie also einsehen, daß es keine Zeitohne ein Geschöpf geben kann, und aufhören solchenUnsinn zu reden. Mögen sie sich verbreiten über das,was vor ihnen ist, und erkennen, daß du vor allenZeiten der ewige Schöpfer aller Zeiten seiest, und keine