332 A. Augustinus Bekenntnisse.
von kleinen und großen Sachen zu erkennen. Auchdie Gestirne und Himmelslichtcr sind zu Zeichen undZeiten, und zu Tagen und Iahren. Sie sind es inWahrheit, aber ich werde nicht sagen, der Umlauf ei-nes hölzernen Radchens sei ein Tag; und so wirdjener auch nicht sagen, es sei deswegen auch keine Zeit.Ich begehre zu wissen die Kraft und das Wesender Zeit, durch welche wir die Bewegungen derKörper messen, und z. B. sagen: jene Bewegung seidoppelt so lang als diese. Ich frage dieses nämlich,weil wi^ nicht bloß das Verweilen der Sonne überder Erde Tag nennen, wonach ein anderes Tag, einAnderes Nacht ist; sondern auch ihren ganzen Umlaufvom Aufgange bis wieder zum Aufgange; wonach,wenn wir sagen, so viele Tage sind vergangen, wirdiese so viele Tage mit ihren Nachten nehmen, unddie Dauer der Nachte nicht gesondert berechnen. Weilalso ein Tag erfüllt wird durch die Bewegung derSonne und deren Umlauf vom Aufgange bis zumAufgange, so frag' ich, ob die Bewegung selbst derTag sei, oder die Dauer, während welcher sie geschieht,oder beides. Denn wäre das erste ein Tag, so würd'auch das ein Tag, wenn die Sonne ihren Lauf wäh-rend eines so großen Zeitraums, als den einer Stundevollendet hätte; wär' es das zweite, so würde das keinTag sein, wenn von einem Sonnenaufgange bis zumandern die Dauer nicht größer als die einer Stundewäre, sondern die Sonne, um den Tag zu vollenden,vier und zwanzigmal umliefe; wenn aber beides, sowürde weder das ein Tag genannt werden, wenn die